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POS-Geräte: Anbieter, Funktionen und Kosten 2026
- Einsatzbereich: POS-Geräte ermöglichen Kartenzahlungen direkt am Point of Sale – im Handel, in der Gastronomie, bei Dienstleistungen oder unterwegs.
- Systemarten: Unternehmen können zwischen stationären Terminals, mobilen Kartenlesern, SmartPOS-Geräten und SoftPOS-Apps ohne zusätzliche Hardware wählen.
- Kosten: Wichtig sind Anschaffung oder Miete, mögliche Grundgebühren, Transaktionsentgelte sowie Zusatzkosten für Service, Rückbuchungen oder bestimmte Kartenarten.
- Abrechnung: Der Zahlungsdienstleister wickelt die Transaktionen ab und schreibt die Umsätze je nach Anbieter auf dem Geschäftskonto oder einem E-Geld-Konto gut.
- Anbieter: Unternehmen können zwischen klassischen Zahlungsdienstleistern und modernen FinTech-Lösungen wählen. Die Systeme unterscheiden sich unter anderem im Hinblick auf Kosten, Vertragsmodelle, Funktionen und Auszahlungszeiten.
Ich achte bei POS-Systemen nicht nur auf die Kosten eines Kartenlesegeräts. Entscheidend sind aus meiner Sicht vor allem die laufenden Gebühren, die Auszahlungszeiten, die Vertragsbedingungen und die Integration in bestehende Geschäftsprozesse. Moderne POS-Lösungen unterscheiden sich heute deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren – vom klassischen Kartenterminal bis zur SoftPOS-App ohne zusätzliche Hardware. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen, welche Systeme es gibt, für welche Unternehmen sie geeignet sind und worauf Sie bei der Auswahl besonders achten sollten.
Was sind POS-Geräte und wie funktionieren sie?
POS-Geräte ermöglichen es Unternehmen, Kartenzahlungen von Kundinnen und Kunden direkt am Verkaufsort (Point of Sale, POS) zu akzeptieren. Sie lesen die Zahlungsdaten, übertragen sie verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister und erhalten innerhalb weniger Sekunden eine Autorisierungsbestätigung der Bank. Anschließend wird der Betrag über das jeweilige Kartennetz (Visa, Mastercard, Girocard) auf das Händlerkonto überwiesen.
Zahlungsabwicklung in mehreren Instanzen
Zu den POS-Geräten zählen klassische Kartenterminals mit Chipleser ebenso wie moderne SmartPOS-Systeme und App-basierte SoftPOS-Lösungen.
Am Zahlungsvorgang sind mehrere Akteure beteiligt – der Händler, die Kundin oder der Kunde, der Zahlungsdienstleister (Acquirer), die kartenausgebende Bank (Issuer) sowie das jeweilige Kartennetzwerk. Erst wenn alle Instanzen die Zahlung freigeben, gilt sie als endgültig autorisiert.
Unabhängig vom System verläuft die technische Abwicklung immer nach demselben Schema: Nach der Autorisierung werden Transaktionen gesammelt, vom Zahlungsdienstleister abgerechnet und anschließend an die Bank des Händlers übermittelt.
Strenge Sicherheitsstandards für POS-Geräte
POS-Terminals unterliegen einheitlichen Sicherheitsstandards. Grundlage ist die EMV-Technologie (Europay, Mastercard, Visa), die Chipkarten vor Fälschungen schützt und jede Transaktion kryptografisch absichert. Ergänzend greifen die PCI-DSS-Vorgaben (Payment Card Industry Data Security Standard), die den sicheren Umgang mit Kartendaten sowie die Verschlüsselung und die Kontrolle von Zugriffen festlegen.
Alle modernen Geräte erfüllen diese Normen und verschlüsseln sämtliche Zahlungsdaten von der Karte bis zum Zahlungsdienstleister („Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“). Fehler oder Sicherheitswarnungen werden am Terminal unmittelbar angezeigt, sodass Händler Transaktionen jederzeit nachvollziehen können.
Anbieter und Arten von POS-Systemen
Der Markt für POS-Systeme ist in den vergangenen Jahren deutlich vielfältiger geworden. Neben klassischen Zahlungsdienstleistern prägen heute auch spezialisierte FinTechs und integrierte Plattformlösungen das Angebot.
Die Systeme unterscheiden sich sowohl in ihrer technischen Ausführung – vom stationären Terminal bis zur App-basierten Lösung – als auch in der Art der Anbieter, die sie bereitstellen. Der folgende Überblick zeigt die wichtigsten Anbietersegmente, die gängigen Systemarten sowie typische Vertreter der einzelnen Gerätekategorien.
Anbietersegmente
Der Markt für POS-Systeme wird heute von 2 Gruppen geprägt: etablierten Zahlungsdienstleistern und neuen FinTechs mit digitalen Lösungen.
Zu den etablierten Anbietern zählen Acquirer wie Payone, Concardis oder Worldline, die Kartenzahlungen für Banken, Händler und große Handelsketten abwickeln.
Daneben haben sich POS-FinTechs wie SumUp, PayPal Point of Sale (PayPal POS, ehemals Zettle by PayPal) oder viva.com (ehemals Viva Wallet) etabliert, die kompakte Geräte und App-basierte Kassenlösungen speziell für kleine und mittelständische Unternehmen anbieten.
Arten von POS-Geräten
POS-Geräte gibt es heute in verschiedenen Ausführungen – von klassischen Terminals mit Kabelanschluss bis zu modernen App-basierten Systemen, die ohne zusätzliche Hardware auskommen. Die Wahl hängt vom Einsatzbereich, der gewünschten Mobilität und den technischen Anforderungen des Unternehmens ab.
Stationäre POS-Terminals
Stationäre POS-Geräte sind fest am Kassenplatz installiert und meist über LAN oder Telefonie mit dem Zahlungsnetz verbunden. Sie eignen sich besonders für den stationären Handel mit hohem Transaktionsvolumen und einem stabilen Zahlungsumfeld.
Anbieter sind primär klassische Zahlungsdienstleister wie Concardis, Payone und TeleCash.
Mobile POS-Geräte
Mobile POS-Terminals verfügen über WLAN- oder SIM-Karten-Anbindung und sind dadurch ortsunabhängig nutzbar – ideal für Gastronomie, Lieferdienste oder Handwerksbetriebe. Sie erlauben Kartenzahlungen direkt am Tisch, an der Haustür oder unterwegs.
Geräte wie das SumUp Solo Lite, der PayPal Reader oder das myPOS Go gehören in diese Kategorie.
SmartPOS-Systeme
SmartPOS-Geräte basieren auf Android-Technologie und vereinen Kartenleser, Touchscreen und Kassensoftware in einem einzigen Gerät. Sie können Belege digital versenden, Trinkgelder erfassen und Buchhaltungsdaten automatisch exportieren.
Beispiele für diese Systeme sind das SumUp Solo, das viva.com POS, das Revolut Terminal sowie das 2026 für den deutschen Markt eingeführte Android-Terminal myPOS Flexi. Revolut unterstützt in Deutschland derzeit jedoch vor allem Tap to Pay. Physische Revolut-Terminals sind für Neukunden derzeit nicht verfügbar.
- Physische SmartPOS-Geräte basieren derzeit überwiegend auf Android und kombinieren Kartenleser, Touchscreen und Kassensoftware in einem einzigen Gerät.
- Für iPhones steht mit Tap to Pay on iPhone eine softwarebasierte Alternative zur Verfügung. Unterstützte Apps ermöglichen es, kontaktlose Kartenzahlungen direkt auf dem iPhone anzunehmen, ohne ein separates Kartenlesegerät zu verwenden.
- Werden SmartPOS-Geräte oder Kassen-Apps als Bestandteil eines elektronischen Kassensystems eingesetzt, können die Vorgaben der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) gelten. In diesem Fall ist eine zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) erforderlich.
- Revolut unterstützt in Deutschland derzeit vor allem Tap to Pay. Physische Revolut-Terminals sind für Neukunden derzeit nicht verfügbar.
SoftPOS und Tap-to-Pay
Neueste Lösungen ermöglichen es, kontaktlose Zahlungen ohne separates Kartenlesegerät direkt über ein Smartphone oder ein Tablet zu akzeptieren. Die sogenannte SoftPOS-Technologie (Software Point of Sale) macht das Mobilgerät zum Terminal: Kundinnen und Kunden halten ihre kontaktlose Kredit- oder Debitkarte, ihr Smartphone oder ihre Smartwatch einfach an das Händlergerät, um die Zahlung auszuführen.
Tap to Pay ist inzwischen für Android und iOS verfügbar. Unter Android wird die Funktion von mehreren Zahlungsdienstleistern wie viva.com, Payone, SumUp und myPOS angeboten. Apple Tap to Pay (ab iPhone XS) lief zunächst vor allem über Partner wie Adyen oder viva.com, mittlerweile aber ebenfalls über SumUp, Payone und Stripe.
Händlern bietet diese Option maximale Flexibilität – sie benötigen nur ein kompatibles Endgerät und die App ihres Zahlungsanbieters, um Zahlungen überall entgegenzunehmen.
Gerätetypen und typische Anbieter im Überblick
| Typ | Beschreibung | Typische Anbieter |
|---|---|---|
| Stationäres Terminal | Feste Installation am Kassenplatz, Verbindung über LAN oder Telefonleitung. Besonders geeignet für stationäre Geschäfte mit hohem Zahlungsvolumen. | Concardis, Payone, TeleCash, Worldline |
| Mobiles Terminal | Mit Akku, WLAN- oder SIM-Karte – ermöglicht Kartenzahlungen unterwegs oder beim Kunden. Ideal für Gastronomie, Lieferdienste oder mobile Dienstleistungen. | SumUp Solo Lite, PayPal POS, myPOS Go |
| SmartPOS | Android-basiertes All-in-One-Gerät mit Touchscreen, integriertem Kartenleser und Kassensoftware. Belegversand und Buchhaltungsfunktionen inklusive. | SumUp Solo, viva.com POS, myPOS Flexi |
| SoftPOS/Tap-to-Pay | Smartphone oder Tablet fungiert über die NFC-Funktion direkt als Terminal. Keine zusätzliche Hardware erforderlich. | viva.com App, Payone Tap2Phone, Revolut Tap-to-Pay |
Wie Zahlungsfluss und Abrechnung funktionieren
POS-Geräte sind stets Teil eines größeren Zahlungssystems. Jede Kartenzahlung wird über einen Zahlungsdienstleister (Acquirer) abgewickelt, der die Verbindung zwischen Händler, Bank und Kartennetz herstellt.
Sobald eine Zahlung autorisiert ist, beginnt die Abrechnungsphase: Der Zahlungsdienstleister fasst alle Transaktionen zusammen und veranlasst die Gutschrift für den Händler.
Abrechnung und Gutschrift
POS-Zahlungen werden in der Regel gesammelt abgerechnet. Am Ende jedes Geschäftstags oder zu festgelegten Intervallen erstellt der Zahlungsdienstleister eine Sammelabrechnung (Settlement) aller Transaktionen. Diese wird dem Händler gutgeschrieben – je nach System entweder auf das Geschäftskonto oder auf ein beim Anbieter geführtes Händlerkonto.
Bei klassischen Zahlungsdienstleistern erfolgt die Gutschrift als Sammelüberweisung auf das Geschäftskonto des Händlers, meist innerhalb von 1 bis 3 Bankarbeitstagen. Die Anbieter führen die Zahlungen über ihre Clearing-Systeme zusammen und überweisen sie nach Abschluss des Settlements auf das angegebene Geschäftskonto. Jede Sammelbuchung wird durch einen detaillierten Transaktionsbericht ergänzt, sodass sich die Zahlungen eindeutig zuordnen lassen.
Einige moderne Zahlungsplattformen schreiben die Umsätze zunächst einem beim Anbieter geführten Händlerkonto gut. Händler können das Guthaben anschließend – je nach Anbieter automatisch oder manuell – auf ihr Geschäftskonto übertragen. Ob die Auszahlung in Echtzeit oder in festgelegten Intervallen erfolgt, hängt vom jeweiligen Anbieter und dem gewählten Auszahlungsmodell ab. Je nach Anbieter können für Auszahlungen auf ein externes Geschäftskonto zusätzliche Gebühren anfallen. Ein Blick in das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis lohnt sich daher vor Vertragsabschluss.
Settlement im Überblick
- Klassische Zahlungsdienstleister: Sammelabrechnung am Tagesende, Gutschrift nach 1 bis 3 Bankarbeitstagen auf das Geschäftskonto.
- Moderne Zahlungsplattformen mit Händlerkonto: Gutschrift zunächst auf ein beim Anbieter geführtes Konto, Überweisung auf das Geschäftskonto je nach Anbieter automatisch oder manuell.
- Hybridlösungen: Teilweise kombinierte Modelle, bei denen Echtzeitgutschriften und automatische Auszahlungen parallel genutzt werden können.
Rückerstattungen und Rückbuchungen
Bei Rückerstattungen oder Chargebacks (z. B. bei fehlerhaften oder stornierten Zahlungen) wird der Betrag automatisch mit künftigen Gutschriften verrechnet oder vom Händlerkonto abgebucht. Der genaue Ablauf hängt vom Anbieter ab, ist jedoch meistens vollständig automatisiert und in den Transaktionsreports nachvollziehbar.
Beispielrechnung: So wirken sich Transaktionsgebühren auf die Kosten aus
Die Höhe der Transaktionsgebühren beeinflusst die laufenden Kosten eines POS-Systems erheblich. Bereits kleine Unterschiede beim Gebührensatz können sich je nach Kartenumsatz deutlich auf die Gesamtkosten auswirken. Die folgende Beispielrechnung zeigt die monatlichen Kosten bei unterschiedlichen Kartenumsätzen.
| Monatlicher Kartenumsatz | 0,80 % Gebühr | 1,00 % Gebühr | 1,39 % Gebühr |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 8,00 € | 10,00 € | 13,90 € |
| 10.000 € | 80,00 € | 100,00 € | 139,00 € |
Die Berechnung dient ausschließlich als Beispiel. Tatsächliche Kosten hängen vom jeweiligen Anbieter, dem gewählten Tarif sowie möglichen Grundgebühren oder Rabattmodellen ab.
Ein Zahlungsterminal erwerben
POS-Systeme können entweder direkt beim Anbieter oder über Partnerprogramme von Banken und Geschäftskonto-Plattformen erworben werden. Beide Wege unterscheiden sich in Preisgestaltung, Vertragsbindung und Serviceumfang. Die Bestellung physischer Geräte ist oft zum Kauf oder zur Miete möglich.
Partnerangebote von Geschäftskonto-Anbietern
Viele Banken und FinTechs vermitteln ihren Geschäftskunden POS-Geräte über externe Partner. Neben klassischen Zahlungsdienstleistern wie Payone oder Concardis werden zunehmend auch FinTechs wie SumUp, PayPal POS oder myPOS eingebunden. Die Geräte sind häufig rabattiert oder in Servicepakete integriert und lassen sich direkt über das Banking-Portal oder den Partnerlink bestellen. Der Vertrag kommt dabei stets mit dem jeweiligen Zahlungsdienstleister zustande, während die kontoführende Bank nur als Vermittler auftritt.
Direkter Erwerb beim POS-Anbieter
FinTechs wie SumUp, PayPal POS oder myPOS bieten dafür eigene Online-Shops mit transparenten Preisen. Die Terminals werden betriebsbereit ausgeliefert. Laufzeiten und Konditionen für Mietverträge variieren je nach Modell. Einige Anbieter bieten zusätzlich optionale Tarife mit monatlicher Grundgebühr und reduzierten Transaktionsgebühren an, etwa SumUp mit dem Tarif „Zahlungen Plus“. PayPal POS setzt dagegen auf ein einheitliches Gebührenmodell.
Klassische Zahlungsdienstleister wie Payone oder Concardis vertreiben ihre Geräte dagegen ausschließlich über Bankpartner oder über individuelle Händlerverträge. Der Abschluss erfolgt im Rahmen eines Miet- oder Leasingmodells, das meist bereits Service und Zahlungsabwicklung einschließt.
SoftPOS und App-basierte Lösungen
Bei SoftPOS-Lösungen entfällt die Hardware vollständig: Händler laden lediglich die App des Zahlungsanbieters auf ihr Smartphone oder Tablet. Die Freischaltung erfolgt nach Identitätsprüfung und Freigabe durch den Anbieter, häufig innerhalb weniger Stunden. Gebühren und Abrechnung entsprechen den klassischen POS-Systemen, die Nutzung ist jedoch meist an bestimmte Betriebssysteme (Android oder iOS) gebunden.
- Hardwarebasierte Terminals: Kauf, Leasing oder Mietmodell mit Laufzeiten von 12 bis 48 Monaten
- App- und SoftPOS-Lösungen: Keine Hardwarebindung, Aktivierung per App, flexible Kündigungsfristen
- Partnerangebote über Banken: Vertragsabschluss direkt beim Zahlungsdienstleister, teils mit rabattierter Hardware oder gebündeltem Servicepaket
Kosten für POS-Geräte und Transaktionsgebühren
Die Kostenstruktur eines POS-Systems setzt sich aus einmaligen Anschaffungskosten und laufenden Transaktionsgebühren zusammen. Je nach Anbietersegment – klassischer Zahlungsdienstleister oder FinTech – unterscheiden sich Preisgestaltung und Gebührenmodell teils deutlich voneinander.
Anschaffungs- und Mietkosten
Stationäre Terminals zum Kauf kosten zwischen 150 und 400 €; der Preis für mobile Geräte liegt zwischen 30 und 150 €.
Klassische Dienstleister wie Payone, Concardis oder TeleCash bieten ihre Geräte oft nur zur Miete oder im Rahmen von Leasing-Modellen an. Die monatlichen Kosten liegen je nach Modell und Ausstattung zwischen 15 € und 60 €, häufig bei Vertragslaufzeiten von 24 bis 48 Monaten. Service, Wartung und Austausch sind meist inklusive.
FinTechs wie SumUp, PayPal POS oder myPOS erlauben dagegen den Direktkauf zu günstigeren Einstiegspreisen ab rund 20 € und bieten Mietmodelle ab 10 € pro Monat.
App- und SoftPOS-Lösungen sind häufig kostenlos, setzen jedoch ein kompatibles Smartphone oder Tablet voraus.
Grundgebühren
Klassische Zahlungsdienstleister wie Payone, Concardis oder TeleCash berechnen zusätzlich eine feste monatliche Grundgebühr. Sie liegt meist zwischen 10 und 30 € pro Monat, bei umfangreicheren Servicepaketen oder Mietmodellen auch darüber. Die Gebühr deckt Terminalmanagement, Sicherheitsupdates und technischen Support ab und fällt zusätzlich zu den Transaktionsentgelten an.
Bei FinTechs und E‑Geld-basierten Systemen wie viva.com gibt es hingegen keine klassische Grundgebühr. Stattdessen kann neben der prozentualen Transaktionsgebühr ein kleiner fixer Betrag pro Zahlungsvorgang anfallen – etwa einige Cent je Transaktion. Diese Kombination aus Fixbetrag und Prozentanteil ersetzt die monatliche Grundgebühr und deckt die Betriebskosten der Zahlungsinfrastruktur ab.
Transaktionsgebühren
- Klassische Anbieter (Payone, Concardis): Transaktionsentgelte von 0,9 % bis 2,5 %, je nach Kartenart und Volumen.
- FinTechs (z. B. SumUp, PayPal POS, myPOS oder Revolut): Häufig keine monatliche Grundgebühr, stattdessen transaktionsabhängige Gebühren. Viele Anbieter bieten zusätzlich optionale Abo- oder Tarifmodelle mit reduzierten Transaktionsentgelten an.
- E-Geld-basierte Systeme (viva.com): Kombination aus fixem Satz und prozentualer Gebühr, teilweise mit Cashback- oder Rabattmodellen bei höherem Umsatz.
Zusatzkosten und Servicegebühren
Einige Anbieter berechnen separate Entgelte für Rückbuchungen (Chargebacks), papierbasierte Belege oder bestimmte Kartenarten (z. B. Firmenkreditkarten). Bei klassischen Zahlungsdienstleistern fallen teilweise Service- und Wartungspauschalen an.
- Einmalige Kosten für die Anschaffung: abhängig von Terminaltyp und Funktionsumfang
Transaktionsgebühren: prozentual vom Umsatz, teils mit Fixanteil - Laufende Kosten: gegebenenfalls Kosten für Leasing oder Miete, optional für Service, Wartung oder Papierrollen
- Rabatte über Geschäftskonto-Partner: möglich bei kombinierter Nutzung von Konto und POS-Service
Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen weniger vom Terminaltyp als vielmehr von der Transaktionsstruktur des Unternehmens ab. Wer überwiegend kleinere Beträge abrechnet, profitiert meist von FinTech-Lösungen mit flexiblen Gebührenmodellen und optionalen Mietvarianten. Bei hohem Zahlungsvolumen und stabilen Umsätzen sind dagegen klassische Anbieter mit festen Monatspauschalen häufig die wirtschaftlichere Wahl.
Service und Support
Zuverlässiger technischer Support ist bei POS-Systemen entscheidend, da Ausfälle den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigen können. Klassische Zahlungsdienstleister bieten meist telefonischen Kundendienst, Vor-Ort-Service und Wartungsverträge, die im monatlichen Grundpreis enthalten oder separat buchbar sind.
FinTech-Anbieter setzen dagegen überwiegend auf digitalen Support über Chat, E-Mail und Self-Service-Portale. Updates und Fehlerbehebungen erfolgen automatisch über die Cloud. Für Händler bedeutet das geringeren Administrationsaufwand, allerdings auch weniger persönliche Betreuung bei technischen Problemen oder Rückbuchungen.
- Technischer Support per Telefon, Chat oder E-Mail
- Regelmäßige Software-Updates und Sicherheitszertifizierungen
- Austausch defekter Geräte oder Ersatzterminals
- Unterstützung bei Rückbuchungen und Transaktionsreklamationen
Alternative Zahlungsmöglichkeiten
Neben klassischen POS-Systemen gewinnen alternative Bezahlverfahren zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen digitale Zahlungen ohne stationäres Terminal und sind insbesondere für Online-Händler, Dienstleister und mobile Unternehmen interessant.
Technisch basieren viele dieser Lösungen auf denselben Zahlungsnetzwerken wie klassische POS-Terminals – Autorisierung, Abrechnung und Gebührenstruktur sind daher meist identisch. In der Praxis überschneiden sich Terminal- und App-basierte Systeme häufig: SoftPOS-Apps und mobile Terminals arbeiten oft mit denselben Zahlungsdienstleistern und bieten vergleichbare Funktionen.
Viele alternative Lösungen lassen sich parallel zu einem bestehenden POS-System einsetzen und erweitern die Flexibilität im Zahlungsalltag.
Mobile Payment
Zahlungen über mobile Wallets wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay erfolgen direkt auf dem Smartphone oder der Smartwatch. Händler benötigen lediglich ein NFC-fähiges Terminal oder ein SoftPOS-System. Die Abwicklung erfolgt über die Kartennetzwerke der hinterlegten Kredit- oder Debitkarten, sodass sich mobile Zahlungen nahtlos in bestehende Kassensysteme integrieren lassen.
QR-Code- und Link-Zahlungen
FinTechs wie SumUp, PayPal POS oder viva.com ermöglichen es, Zahlungen per QR-Code oder Zahlungslink zu akzeptieren. Kundinnen und Kunden scannen den Code mit ihrem Smartphone oder erhalten per E-Mail oder Messenger einen Link zur sicheren Online-Zahlung. Diese Methode eignet sich besonders für Lieferdienste, Handwerksbetriebe oder Dienstleister ohne stationäre Kasse.
Online- und In-App-Zahlungen
Für E-Commerce und digitale Dienstleistungen kommen klassische Online-Payment-Gateways oder integrierte FinTech-Lösungen zum Einsatz. Anbieter wie Stripe, Adyen oder Mollie bündeln verschiedene Zahlungsarten – von Kreditkarte über PayPal bis hin zur Sofortüberweisung – in einer zentralen Schnittstelle. Viele POS-FinTechs ermöglichen zusätzlich die Integration derselben Zahlungsarten in Webshops oder mobile Apps.
Elektronische Lastschrift und SEPA Direct Debit
Bei wiederkehrenden Zahlungen, etwa in Fitnessstudios oder bei Abo-Modellen, bleibt das SEPA-Lastschriftverfahren eine einfache und kostengünstige Option. Die Abbuchung erfolgt direkt vom Kundenkonto, eine Terminalinfrastruktur ist nicht erforderlich. Zahlungsdienstleister übernehmen in diesem Fall die Mandatsverwaltung und das Rücklastschriftmanagement.
- Reduzierter Hardwareaufwand und geringere Fixkosten
- Flexible Einsatzmöglichkeiten im stationären und digitalen Umfeld
- Integration in bestehende Buchhaltungs- und CRM-Systeme
- Ergänzende Nutzung zu klassischen POS-Terminals
Fazit: Zwischen klassischem Terminal und digitaler Plattform
POS-Systeme haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt – von klassischen Kartenterminals hin zu flexiblen, softwarebasierten Lösungen, die sich nahtlos in den digitalen Geschäftsalltag integrieren lassen. Ob stationäres Terminal, SmartPOS oder SoftPOS-App: Entscheidend ist, dass das System zuverlässig funktioniert, technisch abgesichert ist und zum jeweiligen Geschäftsmodell passt.
Ich beobachte seit Jahren, wie stark sich der Markt hin zu integrierten Plattformen entwickelt – viele FinTechs kombinieren inzwischen POS, Buchhaltung und Banking in einer einzigen Lösung. Für Händler eröffnet das neue Spielräume, erfordert jedoch auch eine sorgfältige Prüfung der Vertragsbedingungen und Gebührenmodelle.
Wer die Systeme vergleicht und auf Transparenz bei Kosten und Service achtet, kann mit modernen POS-Lösungen nicht nur Zahlungen abwickeln, sondern seine gesamten Geschäftsprozesse effizienter gestalten.
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Die passende Lösung hängt vom Einsatzbereich ab. Stationäre Terminals eignen sich für den Einzelhandel mit festen Kassenplätzen. Mobile Geräte sind vor allem für Gastronomie, Handwerk und Lieferdienste sinnvoll. SoftPOS-Apps ermöglichen die Annahme kontaktloser Zahlungen direkt über ein Smartphone und eignen sich insbesondere für mobile Dienstleistungen oder Unternehmen mit geringem Kartenumsatz.
Die Auszahlungsdauer hängt vom jeweiligen Zahlungsdienstleister ab. Klassische Anbieter überweisen die Umsätze häufig gesammelt innerhalb von 1 bis 3 Bankarbeitstagen auf das Geschäftskonto. Einige moderne Zahlungsplattformen schreiben Umsätze zunächst einem Händlerkonto gut und ermöglichen anschließend eine automatische oder manuelle Auszahlung.
Ein POS-Terminal verarbeitet die für die Zahlung erforderlichen Kartendaten, den Zahlungsbetrag sowie den Zeitpunkt der Transaktion. Diese Informationen werden verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister übermittelt und nach den geltenden Sicherheitsstandards verarbeitet. Händler erhalten über Transaktionsberichte oder Dashboards einen Überblick über Umsätze, Rückerstattungen und weitere Zahlungsdaten.
Zahlungsempfänger ist das Unternehmen oder der Händler, bei dem die Zahlung erfolgt. Der Zahlungsdienstleister verarbeitet die Transaktion über das jeweilige Kartennetz und veranlasst anschließend die Gutschrift. Je nach Anbieter erfolgt diese direkt auf das Geschäftskonto oder zunächst auf ein beim Anbieter geführtes Händlerkonto.
Ist eine Karte gesperrt, abgelaufen oder nicht ausreichend gedeckt, wird die Zahlung automatisch abgelehnt. Das Terminal zeigt den entsprechenden Status an. Nach Aktivierung einer neuen oder ersetzten Karte kann diese unmittelbar wieder für Kartenzahlungen genutzt werden.
Je nach Branche unterscheiden sich die Anforderungen deutlich. Im Einzelhandel stehen die Anbindung an Kassensysteme und die Warenwirtschaft im Vordergrund. In der Gastronomie sind mobile Terminals und Trinkgeldfunktionen wichtig. Handwerksbetriebe und Dienstleister profitieren häufig von mobilen Kartenlesern oder SoftPOS-Lösungen für den Einsatz beim Kunden.
Viele Anbieter stellen Testgeräte, Demoversionen oder unverbindliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Zusätzlich finden sich auf den Webseiten häufig Produktvideos, Dokumentationen und Hilfebereiche. Ob Teststellungen angeboten werden, hängt vom jeweiligen Anbieter und dem gewählten Tarif ab.
Klassische Zahlungsdienstleister halten selbst keine Kundengelder und benötigen daher keine eigene Einlagensicherung. Die Abwicklung erfolgt über Bankkonten, die der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen.
Bei Anbietern mit eigenen Kontolösungen ist zu unterscheiden: Einige verfügen über eine Banklizenz und bieten für Einlagen die gesetzliche Einlagensicherung an. Andere arbeiten als E-Geld-Institute. Dort werden Kundengelder nach dem sogenannten Safeguarding-Prinzip getrennt vom Firmenvermögen verwahrt. Dieses Verfahren schützt die Gelder im Insolvenzfall des Anbieters, entspricht jedoch nicht der gesetzlichen Einlagensicherung für Bankeinlagen.