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Geschäftskonto ohne Schufa: neun Konten für den Start
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- Ein Geschäftskonto ohne Schufa-Prüfung ist ein Guthabenkonto: keine Überziehung, keine Kreditkarte mit Rahmen, dafür keine Bonitätsabfrage. Kontist, Tide und Vivid sagen das auf ihren Seiten ausdrücklich; Qonto, Finom, Wise, bunq und Revolut legen sich öffentlich nicht fest, führen ihre Einstiegskonten aber ebenfalls ohne Kreditrahmen.
- Holvi verzichtet laut Freiberufler-Seite auf die Schufa-Prüfung; die Schufa-Seite des Anbieters behält sich eine Abfrage vor – wer einen Eintrag hat, fragt vor dem Antrag nach.
- Die Identitätsprüfung nach dem Geldwäschegesetz ist keine Bonitätsprüfung. Wer sich per qualifizierter elektronischer Signatur ausweist, dessen Daten gehen bei der Solaris SE (Kontist) zwar an die Schufa – aber zum Abgleich der Identität, nicht zur Bewertung der Zahlungsfähigkeit.
- Einen Anspruch gibt es nicht: Das Recht auf ein Basiskonto nach § 31 ZKG gilt nur für Verbraucher. Ein Geschäftskonto darf jeder Anbieter ohne Begründung ablehnen.
- Erledigte Zahlungsstörungen bleiben drei Jahre in der Schufa, seit 2025 nur 18 Monate, wenn die Forderung innerhalb von 100 Tagen beglichen wurde; die Restschuldbefreiung nach einer Insolvenz verschwindet nach sechs Monaten.
Wer ohne Schufa-Prüfung eröffnet – und wer es nur nicht sagt
Die Tabelle nennt zu jedem Konto den Grundpreis aus unserer eigenen Produktdatenbank, den Wortlaut des Anbieters zur Schufa, das Institut hinter der Marke und die Rechtsformen, die der Anbieter auf seinen Seiten zulässt. „Keine Aussage“ heißt nicht, dass geprüft wird – nur, dass der Anbieter sich öffentlich nicht festlegt. Nachfragen kostet vor dem Antrag nichts, nach einer Ablehnung dagegen Zeit.
| Konto | Grundpreis je Monat | Was der Anbieter zur Schufa sagt | Institut, IBAN, Guthabenschutz | Zugelassene Rechtsformen |
|---|---|---|---|---|
| Kontist Free | 0 € | „Da es keine SCHUFA-Prüfung gibt, kannst du direkt loslegen“ – Kreditangebote setzen eine Schufa-Auskunft voraus | Solaris SE, deutsche Bank; deutsche IBAN; Einlagensicherung 100.000 € | Freiberufler, Kleinunternehmer, GmbH, UG, GbR, Unternehmen in Gründung; Wohnsitz in Deutschland |
| Tide Business | 0 € | „Es gibt keine SCHUFA-Prüfung“; Bonitätsprüfung nur bei Kreditprodukten | Adyen N.V., niederländische Bank; deutsche IBAN; niederländische Einlagensicherung 100.000 € | Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer, KMU, UG, GmbH; GbR nicht genannt |
| Vivid Business Free Start | 0 € | „Kontoeröffnung ohne Bonitätsabfrage“, „kein Einfluss auf deinen persönlichen SCHUFA-Score“ | Vivid Money S.A. unter Aufsicht der CSSF (Luxemburg); deutsche IBAN; Kundengelder getrennt verwahrt, ein Teil bei einer Partnerbank mit französischer Einlagensicherung | Freiberufler, Einzelunternehmen, GbR und eGbR, GmbH und UG auch in Gründung, OHG, KG, e. V. und weitere |
| Holvi Flex | 0 € | Freiberufler-Seite: „Wir führen keine Schufa-Prüfung durch“; Schufa-Seite: eine Abfrage „kann“ dazugehören und zur Ablehnung führen | Holvi Payment Services Oy, Zahlungsinstitut (FIN-FSA); deutsche IBAN; Kundengelder getrennt und insolvenzfest verwahrt, bei Partnerbanken Einlagensicherung bis 100.000 € je Bank und Kunde | Freiberufler, Kleingewerbe, Einzelunternehmen, GbR, GmbH/UG, OHG, KG |
| Qonto Starter | 0 € | Keine Aussage zur Kontoeröffnung; die Datenschutzerklärung nennt die Schufa nur für die Ratenzahlung PayLater | Qonto SA, Zahlungsinstitut (ACPR Frankreich); deutsche IBAN; Kundengelder getrennt und insolvenzfest verwahrt, bei Partnerbanken französische Einlagensicherung bis 100.000 € je Bank und Kunde | Starter nur e. K., Einzelunternehmer, Freiberufler; ab Basic GbR, GmbH, UG und die Gesellschaft in Gründung |
| Finom Solo | 0 € | Keine Aussage gefunden; den Dispokredit (500 bis 20.000 €, ab Tarif Basic) genehmigt Finom anhand der Kontonutzung, eine Kreditkarte gibt es nicht | E-Geld-Institut (Lizenz der niederländischen Zentralbank); deutsche IBAN; zur Verwahrung der Kundengelder keine Aussage im Hilfezentrum | Freelancer, AG, e. K., eG, GmbH, GbR, KG, OHG, UG, GmbH i. G. und UG i. G. |
| Wise Business | 0 € | Keine Aussage | Wise Europe SA, in Belgien zugelassenes Zahlungsinstitut, keine Bank; keine deutsche IBAN, Euro-Kontodaten mit belgischem BIC; keine Einlagensicherung, Kundengelder getrennt verwahrt (Stand: 21.10.2026) | Freiberufler, Einzelunternehmer, Personengesellschaften, GmbH und AG |
| bunq Free Business | 0 € | Keine Aussage | bunq, Bank mit europäischer Lizenz; niederländische Einlagensicherung 100.000 €; Herkunftsland der IBAN auf der Tarifseite nicht genannt | Free Business „für Einzelunternehmer:innen“; Gesellschaften ab Core Business |
| Revolut Business Basic | 10 € | Keine Aussage | Revolut Bank UAB, litauische Bank mit EZB-Lizenz unter Aufsicht der Bank of Lithuania; litauische IBAN, deutsche IBAN bis Ende 2026 angekündigt; litauische Einlagensicherung 100.000 € (Stand: 21.10.2026) | GmbH, UG, AG, GbR, OHG, KG, PartG, Einzelunternehmen und e. K.; nicht für Freiberufler (dafür Revolut Pro), Vereine und Genossenschaften |
| Quelle: Schufa-, Preis- und Rechtsformseiten, Datenschutzhinweise, AGB und Impressen der Anbieter, gesichert am 06.09.2026 (Kontist, Tide, Holvi-Freiberuflerseite, Qonto, Finom) und am 24.09.2026 (Holvi-Schufaseite, Vivid, Wise, bunq, Revolut), und unsere eigene Produktdatenbank, abgerufen am 24.09.2026. Grundpreise der digitalen Anbieter sind Nettopreise, wo der Anbieter das ausweist (Sternchen). Wise verlangt statt eines Grundpreises einmalig 55 € für die Bankverbindungen zum Zahlungsempfang. | ||||
Nicht in der Liste: N26. Die Bank übermittelt nach ihrer Datenschutzerklärung Daten „über die Beantragung“ des Kontos an die Schufa und lässt sich vom Kunden eine Einwilligung zur Bonitätsprüfung erteilen. Und die Filialbanken – Commerzbank, Postbank, Deutsche Bank mit ihrer Marke FYRST – machen zur Schufa bei der Kontoeröffnung keine öffentliche Zusage; der Datenschutzhinweis der Deutsche Bank AG ordnet die Auskunfteiabfrage dem Kreditgeschäft, dem Pfändungsschutzkonto und dem Basiskonto zu. Wer dort ein Geschäftskonto mit Kreditlinie beantragt, muss mit der Abfrage rechnen.
Warum Banken die Schufa fragen – und wann nicht
Eine Bank fragt die Schufa, wenn sie ein Risiko eingeht: bei einem Kredit, einer Kreditkarte mit Rahmen, einem Dispo. Ein Konto, das nur Guthaben verwaltet, trägt dieses Risiko nicht – der Anbieter kann höchstens die Kontoführungsgebühr verlieren. Deshalb kommen die Konten ohne Schufa-Prüfung fast ausschließlich von Anbietern, die keinen Kredit vergeben oder ihn erst später und nach eigener Prüfung anbieten. Die Schufa selbst schreibt, dass eine Kreditwürdigkeitsprüfung bei einem Kreditwunsch oder einem Girokonto mit Dispo-Limit ansteht – vom Guthabenkonto ist dort nicht die Rede.
Zwei Prüfungen werden dabei oft verwechselt. Die Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz muss jeder Anbieter vornehmen – per Video, mit dem Ausweis in der Filiale oder per qualifizierter elektronischer Signatur. Bei der Solaris SE, die das Kontist-Konto führt, gehen bei der Signatur-Identifizierung personenbezogene Daten „zur Identitätsüberprüfung an die SCHUFA Holding AG“; der Datenaustausch „dient auch der Überprüfung der von Ihnen getätigten Eigenangaben“. Das ist ein Abgleich, wer Sie sind – kein Urteil darüber, ob Sie zahlen können. Wer beides in einen Topf wirft, verzichtet auf ein Konto, das er bekommen hätte.
Und einen Anspruch auf ein Geschäftskonto gibt es nicht. Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Institute nur gegenüber Verbrauchern zum Abschluss eines Basiskontovertrags, § 31 ZKG; wer als Unternehmer oder für eine Gesellschaft ein Konto beantragt, kann ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Umso mehr zählt, dass der Antrag beim richtigen Anbieter landet.
Vier Ausgangslagen bei der Gründung
Ein negativer Eintrag aus der Zeit vor der Gründung
Ein Eintrag entsteht nicht durch eine vergessene Rechnung. Die Schufa nennt die Voraussetzungen: zwei Mahnungen, die erste mindestens vier Wochen vor der Meldung, eine unbestrittene Forderung und der Hinweis auf die mögliche Übermittlung. Ist der Eintrag da, bleibt er nach Erledigung drei Jahre taggenau gespeichert. Seit der Neufassung der Verhaltensregeln der Auskunfteien endet die Speicherung schon nach 18 Monaten, wenn die Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung beglichen wurde und keine weiteren Negativdaten hinzugekommen sind. Wer also kurz vor der Gründung eine alte Forderung ausgleicht, gewinnt damit nichts für das Konto in diesem Jahr – die Frist läuft ab der Erledigung, nicht ab der Gründung.
Restschuldbefreiung nach einer Insolvenz
Gründer, die aus einer Privatinsolvenz kommen, haben es leichter als früher: Die Information über die Erteilung der Restschuldbefreiung wird gelöscht, sobald sie aus dem öffentlichen Verzeichnis verschwindet – nach sechs Monaten. Mit ihr endet auch die Speicherung der Forderungen, die erkennbar zum Verfahren gehörten. Ein abgewiesenes Verfahren oder eine versagte Restschuldbefreiung steht dagegen bis zu drei Jahre in der Auskunft, Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis ebenfalls. Für die Kontowahl heißt das: Wer die Restschuldbefreiung seit mehr als sechs Monaten hat und seither keine neuen Zahlungsstörungen, kann es auch bei einer Bank versuchen; wer noch im Verfahren steckt, nimmt ein Guthabenkonto.
Keine Schufa-Historie: Zuzug aus dem Ausland, lange Auslandsjahre
Ein fehlender Datensatz ist für Banken ebenso ein Problem wie ein schlechter, weil der Score dann nichts aussagt. Der neue Schufa-Score, der die Kreditwürdigkeit auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten in fünf Klassen von „Hervorragend“ (776 bis 999 Punkte) bis „Ungenügend“ (kein Score bei offenen Zahlungsstörungen) darstellt, setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen – darunter Bank- und Kreditkartenverträge und die Dauer des Wohnsitzes. Wer neu im Land ist, hat davon wenig vorzuweisen. Die digitalen Anbieter verlangen dafür einen Wohnsitz oder Geschäftssitz in Deutschland: Kontist eine Anmeldung und Steuerpflicht in Deutschland, Tide einen Geschäftssitz mit Steuernummer, FYRST eine deutsche Geschäftsadresse. Was Gründer ohne EU-Pass zusätzlich brauchen, steht auf der Seite Geschäftskonto für Nicht-EU-Ausländer.
GmbH oder UG: Bonität der Gesellschaft, Schufa der Person
Die Schufa speichert Daten über natürliche Personen. Bei einer GmbH oder UG beurteilt die Bank die Gesellschaft – nach Businessplan, Kapital und später nach Jahresabschlüssen –, kann bei jungen Gesellschaften aber die Gesellschafter und Geschäftsführer in die Prüfung einbeziehen. Für die Gründung selbst zählt etwas anderes: Das Konto muss die Gesellschaft in Gründung annehmen, weil die Einlage vor der Anmeldung zum Handelsregister eingezahlt sein muss. Von den Konten in der Tabelle sagen Vivid, Finom, Kontist und Qonto (ab dem Tarif Basic) ausdrücklich zu, eine GmbH oder UG in Gründung zu führen; Holvi führt Gründerkonten vor dem Handelsregisterauszug. Den Ablauf mit Notar, Einzahlung und Registergericht beschreibt die Seite zur GmbH in Gründung.
Deutsche IBAN, Bargeld, Kredit: was die Konten können
Deutsche IBAN
Die Frage nach der deutschen IBAN ist berechtigt: Manche Kunden und Behörden buchen ungern auf ausländische Kontonummern, obwohl sie es im SEPA-Raum müssen. Kontist, Tide, Vivid, Holvi, Qonto und Finom nennen die deutsche IBAN auf ihren Seiten ausdrücklich; Vivid vergibt beliebig viele davon. Wise und Revolut beantworten die Frage in ihrer Hilfe: Wise stellt keine deutschen IBANs aus, die Euro-Kontodaten tragen einen belgischen BIC; Revolut vergibt Geschäftskonten in Deutschland derzeit mit litauischer IBAN und hat deutsche IBANs bis Ende 2026 angekündigt (Stand: 21.10.2026). bunq sagt auf seiner Tarifseite nicht, aus welchem Land die IBAN stammt, und führt seine Konten aus den Niederlanden. Vor dem Antrag nachfragen, wenn die Kontonummer mit DE beginnen soll.
Bargeld
Konten ohne Schufa-Prüfung sind Online-Konten ohne Filiale, und Bargeld ist ihre Schwachstelle. Bei Qonto heben Sie Bargeld mit einer physischen Mastercard an jedem Geldautomaten ab, Einzahlungen nimmt Qonto aber nicht an; Finom und Tide bieten Bareinzahlungen derzeit nicht an. Kontist nimmt Einzahlungen über die App an – mindestens 50 und höchstens 2.000 € im Monat für 2,9 % des Betrags –, Holvi per Karte für 2,5 % in den kleinen Tarifen. Wer Marktstand, Gastronomie oder Handwerk mit Bareinnahmen gründet, braucht daneben eine Bank mit Schalter oder Einzahlautomat; welche das sind und was sie verlangen, steht im Geschäftskonto-Vergleich für Gründer.
Kredit und Dispo
Ohne Schufa kein Kredit – das gilt auch bei den Anbietern, die das Konto ohne Prüfung eröffnen. Kontist bietet ab drei Monaten nach der Eröffnung einen Dispositionskredit bis 3.000 € und einen Kredit bis 50.000 € an, beides in den Tarifen Start und Plus und nur mit Schufa-Auskunft. Holvi vergibt eine Kreditkarte mit bis zu 50.000 € Rahmen „auf Antrag“; Qonto bietet einen Dispositionskredit mit individuellem Limit an und vermittelt Finanzierungen über Partner; die Eignung für die Ratenzahlung prüft es „auf der Grundlage Ihres Bonitätsprofils bei Partnern wie der SCHUFA“. Tide führt keinen Dispo und berechnet für geduldete Überziehungen 10 % Zinsen, Finom räumt Bestandskunden in kostenpflichtigen Tarifen ab Basic einen Dispokredit von 500 bis 20.000 € ein; das Limit legt Finom anhand der Kontonutzung fest, eine Kreditkarte gibt es nicht (Stand: 24.10.2026). Was ein Kontokorrentkredit für ein junges Unternehmen leisten kann und was er kostet, steht auf der Seite Kontokorrentkredit für das Geschäftskonto.
Ein Konto ohne Kreditrahmen fängt keine Lücke ab, wenn ein Kunde spät zahlt und die Umsatzsteuer-Vorauszahlung fällig wird. Wer ohne Dispo gründet, legt deshalb von jedem Zahlungseingang die Steuer zur Seite – Kontist schätzt sie in der App laufend, Vivid und Qonto bieten Unterkonten mit eigener IBAN dafür. Welche Konten das können, steht auf der Seite Geschäftskonto mit Unterkonten.
Was ein Geschäftskonto ohne Schufa kostet
Acht der neun Konten in der Tabelle kosten keinen Grundpreis; Revolut Business Basic beginnt bei 10 € im Monat. Die Rechnung entsteht an anderer Stelle. Erstens bei den Buchungen: Qonto Starter enthält 5 SEPA-Buchungen im Monat, jede weitere kostet 0,20 €; Tide Business enthält 5 Buchungen, danach 0,20 € je Buchung; Kontist Free enthält 5 Überweisungen und Lastschriften, dann 0,25 €; bei Revolut sind laut Tarifseite zehn lokale Überweisungen im Monat frei, danach kostet jede 0,20 € (Stand: 24.09.2026). Zweitens beim Bargeld: Kontist berechnet im Free-Tarif 2 € je Abhebung, Tide 2 € plus die Kosten des Automatenbetreibers, Holvi 2,5 % des Betrags (Stand: 24.09.2026). Drittens bei Gebühren, die nicht wie ein Grundpreis aussehen: Holvi erhebt ab dem 13. Monat 4,50 € monatlich, wenn auf dem Konto keine SEPA- oder Kartenumsätze gebucht werden; Wise verlangt einmalig 55 € für die Bankverbindungen, über die Kunden zahlen können. Und viertens bei der Umsatzsteuer: Die Preise der Fintechs sind Nettopreise – Kontist und Holvi schreiben „zzgl. USt.“ –, auf das Kontoentgelt einer Bank fällt dagegen keine Umsatzsteuer an. Für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug sind das 19 Prozent Aufschlag auf jede Zusatzleistung. Welche Konten dauerhaft ohne Grundpreis bleiben, vergleicht die Seite Kostenloses Geschäftskonto.
Vor dem Antrag: die eigene Schufa-Auskunft lesen
Viele Ablehnungen gehen auf Einträge zurück, von denen der Antragsteller nichts weiß – eine vergessene Forderung, ein alter Mobilfunkvertrag, ein Eintrag, der längst hätte gelöscht sein müssen. Nach Art. 15 DSGVO hat jede Person Anspruch auf eine kostenlose Kopie der über sie gespeicherten Daten; die Schufa stellt sie als Datenkopie bereit. Wer sie vor dem Kontoantrag anfordert, weiß, ob er überhaupt ein Konto ohne Schufa braucht – rund 62 Prozent der Personen stehen nach Angaben der Schufa in der besten Score-Klasse, nur rund 2 Prozent in der Klasse „Ausreichend“. Fehlerhafte oder überholte Einträge lassen sich beim meldenden Unternehmen und bei der Schufa berichtigen; über die Einhaltung der Löschfristen wacht eine Beschwerdestelle, die ohne Anwalt erreichbar ist.
Vor- und Nachteile eines Geschäftskontos ohne Schufa
- Eröffnung auch mit negativem Eintrag, laufendem Insolvenzverfahren oder ohne Schufa-Historie
- Vollständig digital: Antrag, Identifizierung und erste Buchung meist am selben Tag
- Acht der neun Konten ohne Grundpreis; deutsche IBAN bei sechs Anbietern ausdrücklich zugesagt
- Kein Eintrag über einen Kreditrahmen – der eigene Score bleibt unberührt
- Buchhaltungsanbindung, Unterkonten und Steuerschätzung schon im Einstiegstarif (Kontist, Vivid, Qonto)
- Kein Dispo, keine Kreditkarte mit Rahmen – Kredite gibt es später nur mit Schufa-Auskunft
- Bareinzahlung entweder gar nicht (Qonto, Finom, Tide) oder gegen 2,5 bis 2,9 % (Holvi, Kontist)
- Bei Qonto, Holvi, Finom, Vivid und Wise liegt das Guthaben nicht bei einer Bank mit gesetzlicher Einlagensicherung, sondern getrennt verwahrt als Kundengeld
- Kein Anspruch: Auch ein Guthabenkonto darf der Anbieter ablehnen
- Nettopreise bei Zusatzleistungen – für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug ein Aufschlag
Welches Konto zu welcher Ausgangslage passt
| Ihre Ausgangslage | Passt am ehesten | Vorher prüfen |
|---|---|---|
| Negativer Eintrag, Gründung als Freiberufler oder Einzelunternehmer | Kontist Free, Tide Business, Vivid Business Free Start – die drei mit ausdrücklicher Zusage | Freiposten je Monat; Kosten je Abhebung; Wohnsitz und Steuernummer in Deutschland |
| GmbH oder UG in Gründung mit negativer Schufa eines Gesellschafters | Vivid, Finom, Kontist; Qonto ab Basic | Zusage für die Gesellschaft in Gründung; Einzahlungsbestätigung für das Registergericht; Institut hinter dem Konto für das Stammkapital |
| Laufendes Insolvenzverfahren oder Restschuldbefreiung jünger als sechs Monate | Kontist Free, Tide Business, Vivid Business Free Start | Keine Kreditfunktionen beantragen; Pfändungsschutz auf der Seite Geschäftskonto und Pfändung |
| Neu in Deutschland, keine Schufa-Historie | Kontist, Tide, Vivid, Holvi | Wohnsitz- oder Geschäftssitznachweis; Aufenthaltstitel; Seite Nicht-EU-Ausländer |
| Bareinnahmen im Geschäftsmodell | Kontist (App-Einzahlung), Holvi (Karten-Einzahlung) – oder eine Filialbank mit Kreditlinie und Schufa-Abfrage | Einzahlungsgrenzen und Prozentgebühr gegen die Schaltergebühr einer Bank rechnen |
| Internationale Kunden, mehrere Währungen | Wise Business, Revolut Business Basic | keine deutsche IBAN (Wise), litauische IBAN (Revolut); 55 € einmalig bei Wise; Grundpreis bei Revolut (Tabelle oben) |
| Die Zuordnung folgt den Anbieterangaben zur Schufa, zu Rechtsformen und Gebühren; sie ist keine Rangfolge. Die Konditionen aller Konten liefert der Vergleich am Seitenanfang. | ||
So nutzen Sie den Vergleich
Der Vergleich am Seitenanfang zeigt die neun Konten, die ein Gründer mit negativer oder fehlender Schufa realistisch bekommt – mit Grundpreis, freien Buchungen, Karten und Kontoeigenschaften aus unserer eigenen Produktdatenbank, die wir gegen die Preisverzeichnisse der Anbieter pflegen. Eine Rangfolge oder Bewertungspunkte gibt es nicht. Über den Knopf „Zum Anbieter“ gelangen Sie zum Antrag; kommt darüber ein Vertrag zustande, zahlt uns der Anbieter dafür eine Vergütung – auf die dargestellten Konditionen und auf die Wiedergabe der Anbieteraussagen zur Schufa hat das keinen Einfluss.
Häufige Fragen zum Geschäftskonto ohne Schufa
Drei Anbieter sagen es auf ihren eigenen Seiten: Kontist („keine SCHUFA-Prüfung“, das Konto führt die Solaris SE), Tide („Es gibt keine SCHUFA-Prüfung“) und Vivid („Kontoeröffnung ohne Bonitätsabfrage“). Qonto, Finom, Wise, bunq und Revolut Business machen dazu keine öffentliche Aussage, führen ihre Einstiegskonten aber ohne Kreditrahmen – und ohne Kredit gibt es für eine Bonitätsprüfung keinen Grund. Holvi verzichtet laut Freiberufler-Seite auf die Schufa-Prüfung, behält sich auf seiner Schufa-Seite aber eine Abfrage vor. N26 übermittelt Daten über die Beantragung an die Schufa und gehört deshalb nicht in diese Liste (Stand: 24.09.2026).
Ja, wenn der Anbieter die Gesellschaft in Gründung annimmt. Die Schufa speichert Daten über natürliche Personen; die Bank beurteilt bei einer GmbH oder UG die Gesellschaft, kann bei jungen Unternehmen aber Gesellschafter und Geschäftsführer einbeziehen. Vivid, Finom und Kontist nennen die GmbH i. G. und UG i. G. in ihren Rechtsformlisten, Qonto ab dem Tarif Basic, Holvi führt Gründerkonten vor dem Handelsregisterauszug. Für das Stammkapital lohnt der Blick auf das Institut hinter dem Konto: Bei Kontist liegt es bei einer deutschen Bank mit Einlagensicherung, bei Qonto, Holvi, Finom und Vivid nicht bei einer Bank, sondern getrennt verwahrt als Kundengeld.
Erledigte Zahlungsstörungen löscht die Schufa drei Jahre taggenau nach der Erledigung. Seit der Neufassung der Verhaltensregeln der Auskunfteien endet die Speicherung schon nach 18 Monaten, wenn die Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung beglichen wurde und keine weiteren Negativdaten, Schuldnerverzeichnis- oder Insolvenzeinträge vorliegen. Die Erteilung der Restschuldbefreiung wird gelöscht, sobald sie aus dem öffentlichen Verzeichnis verschwindet – nach sechs Monaten; abgewiesene Verfahren und Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis bleiben bis zu drei Jahre (Stand: 24.09.2026).
Bei Kontist, Tide, Vivid, Holvi, Qonto und Finom ja – alle sechs nennen die deutsche IBAN ausdrücklich, Vivid vergibt beliebig viele davon. Wise und Revolut Business nicht: Wise stellt keine deutschen IBANs aus, Revolut vergibt Geschäftskonten in Deutschland derzeit mit litauischer IBAN und hat deutsche IBANs bis Ende 2026 angekündigt (Stand: 21.10.2026). bunq sagt auf seiner Tarifseite nicht, aus welchem Land die IBAN stammt; das Konto führt die bunq aus den Niederlanden. Im SEPA-Raum müssen Kunden und Behörden jede IBAN akzeptieren; wer trotzdem eine Kontonummer mit DE will, fragt vor dem Antrag nach.
Nicht zur Eröffnung. Das Konto ohne Schufa-Prüfung ist ein Guthabenkonto; wer später einen Kredit will, durchläuft eine Bonitätsprüfung. Kontist bietet ab drei Monaten nach der Eröffnung einen Dispositionskredit bis 3.000 € und einen Kredit bis 50.000 € an, nur in den Tarifen Start und Plus und nur mit Schufa-Auskunft. Holvi vergibt auf Antrag eine Kreditkarte mit Rahmen, Qonto bietet einen Dispositionskredit mit individuellem Limit an und vermittelt Finanzierungen über Partner; für die Ratenzahlung prüft es das Bonitätsprofil bei der Schufa. Tide führt keinen Dispo und berechnet für geduldete Überziehungen 10 % Zinsen (Stand: 24.09.2026). Finom räumt Bestandskunden ab dem Tarif Basic einen Dispokredit von 500 bis 20.000 € ein und legt das Limit anhand der Kontonutzung fest (Stand: 24.10.2026).
Nur eingeschränkt, weil diese Konten keine Filialen haben. Bei Qonto heben Sie Bargeld mit einer physischen Mastercard an jedem Geldautomaten ab, Einzahlungen nimmt Qonto aber nicht an; Finom und Tide bieten derzeit keine Bareinzahlung an. Kontist nimmt Einzahlungen über die App an – mindestens 50 und höchstens 2.000 € im Monat für 2,9 % des Betrags –, Holvi per Karte für 2,5 % in den kleinen Tarifen. Wer regelmäßig Bareinnahmen hat, braucht daneben eine Bank mit Schalter oder Einzahlautomat; die Kosten je Einzahlung stehen im Geschäftskonto-Vergleich für Gründer (Stand: 24.09.2026).
Quellen und Rechtsgrundlagen (Stand: 24.09.2026)
Gesetze und Verordnungen: § 31 ZKG (Anspruch auf ein Basiskonto nur für Verbraucher, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 24.09.2026) · Art. 15 DSGVO (Auskunftsrecht, Datenkopie) · § 7 Abs. 2 und § 5a Abs. 2 GmbHG (Einzahlung vor der Anmeldung zum Handelsregister) · §§ 10–13 GwG (Identifizierung).
SCHUFA Holding AG (schufa.de, abgerufen am 24.09.2026): Daten und Löschfristen (Meldevoraussetzungen, drei Jahre, 18 Monate bei Ausgleich innerhalb von 100 Tagen, Restschuldbefreiung, Code of Conduct 2018/2024) · Der neue SCHUFA-Score (Skala 100 bis 999, fünf Klassen, Anteile) · Fragen und Antworten zum neuen Score (zwölf Kriterien, Kreditwürdigkeitsprüfung bei Kredit und Dispo).
Anbieter (eigene Seiten, Preisverzeichnisse, Datenschutzhinweise und AGB; Abrufdaten in Klammern): Kontist: Bankkonto ohne Schufa und Preisseite (06.09.2026) · Solaris SE, Kundeninformation zur Datenverarbeitung, Version 2.3 vom 03.03.2026 (06.09.2026) · Tide: Preise und Voraussetzungen, Preis- und Leistungsverzeichnis vom 16.07.2026, Datenschutzrichtlinie (06.09.2026) · Vivid: Geschäftskonto ohne SCHUFA und Business-Seite mit Rechtsformliste (24.09.2026) · Holvi: Geschäftskonto ohne Schufa (24.09.2026), Holvi-Freiberuflerseite, Preisseite und Terms of Service Version 3.9 (06.09.2026) · Qonto: Datenschutzerklärung vom 01.06.2026 (06.09.2026), Preisverzeichnis vom 01.10.2026 (23.10.2026), Preisseite mit Dispositionskredit (07.10.2026) · Finom-Hilfezentrum: Rechtsformen, Bareinzahlung, Unterschied zur Bank, Lizenz (06.09.2026) · Wise Business: Gebühren (24.09.2026), Wise-Hilfe: Geld mit EUR-Kontodaten empfangen, Wise-Hilfe: Kann mein Unternehmen Wise nutzen? und Business-Kundenvertrag EWR, Fassung vom 07.08.2026 (21.10.2026) · bunq: Business-Tarife und Seite „Sicheres Banking“ (24.09.2026) · Revolut Business: Tarife (24.09.2026), Revolut-Hilfe: Unterstützte Ländercodes für IBAN, Revolut-Hilfe: Rechtspersönlichkeiten für ein Business-Konto und Revolut Bank UAB: Informationen für Einleger (21.10.2026) · N26: Datenschutzerklärung Version 13.8 vom 03.09.2026 und Einwilligung zur Bonitätsprüfung (06.09.2026) · Deutsche Bank AG/FYRST: Datenschutzhinweise (06.09.2026).
Grundpreise und Kontoeigenschaften im Vergleich: unsere eigene Produktdatenbank, abgerufen am 24.09.2026, gepflegt gegen die Preisverzeichnisse der Anbieter.



