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GmbH, GbR & Co.: Diese Rechtsformen für Unternehmen gibt es

von Lisa Hofmann

Geht es um die Unternehmensgründung, sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Wie Sie bei diesem Vorhaben am besten vorgehen, kommt auf die gewünschte Unternehmensform an. Rufen Sie einen neuen Betrieb ins Leben, sollten Sie nichts überstürzen. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt und mit Bedacht vor. Der Beitrag liefert Ihnen in diesem Kontext eine Hilfestellung. Sie erfahren hier, welche Unternehmensformen es gibt und auf welche Aspekte Sie bei der Gründung derselben achten müssen.Die verschiedenen Unternehmensformen in Deutschland im Überblick:

Folgende Rechtsformen kommen in Deutschland an häufigsten zur Anwendung, wenn es um Betriebsgründungen geht:

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts
  • Offene Handelsgesellschaft
  • Unternehmergesellschaft

In den folgenden Abschnitten werden Sie über die wichtigsten Eigenschaften der Unternehmensformen informiert. Sie erfahren außerdem, wie Sie bei deren Gründung vorgehen müssen.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Bei der GmbH und Co KG handelt es sich um eine juristische Person. Sie gehört damit zu den Kapitalgesellschaften. Gegründet und vertreten wird die GmbH durch einen oder mehrere Gesellschafter. Es kann sich hierbei entweder um natürliche oder um juristische Personen handeln. Falls eine GmbH nur einen Gesellschafter hat, ist von einer Ein-Personen-GmbH die Rede.

Auf diese Aspekte ist bei der Firmengründung der GmbH und Co KG zu achten

Noch vor der Unternehmensgründung schließen sämtliche Gesellschafter einen Vertrag miteinander ab. Es ist in diesem Fall wichtig, diesen notariell beurkunden zu lassen. Es ist des Weiteren mindestens eine Person als Geschäftsführer zu bestimmen. Dies soll im Zuge der Gründungsversammlung geschehen. Vom Geschäftsführer werden die Stammeinlagen entgegengenommen, wobei er die GmbH zu Eintragung ins Handelsregister anmeldet.

Geht es um die Firmengründung der GmbH, so ist diese seit November 2008 in vereinfachter Form möglich. Dieses Verfahren ist einer GmbH mit maximal drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer vorbehalten. Es lässt sich die Anmeldung des Unternehmens mit einem Musterformular, das die Gesellschafterliste, den Gesellschaftervertrag und die Gesellschafterführerbestellung umfasst. Dieses Formular ist mit dem GmbHG konform. Das Verfahren zur Unternehmensgründung lässt sich auf diese leichter abschließen.

Die Gesellschafter sind zum Eröffnen eines Firmenkontos verpflichtet. Denn bei der GmbH handelt es sich um eine juristische Person, wodurch die Finanzen separat zu führen sind. Es ist im Vorfeld darauf zu achten, dass das betreffende Konto den Anforderungen der GmbH gerecht wird. Das Geschäftskonto muss daher über umfassende Funktionen verfügen.

Diese Einschränkungen sind bei der Unternehmensgründung zu berücksichtigen

Die GmbH und Co KG muss bei der Gründung ein Startkapital von mindestens 35.000 Euro zur Verfügung haben. Geht es um eine Bargründung, ist das betreffende Kapital mindestens in der Höhe von 17.500 Euro aufzubringen. In diesem Kontext ist aber anzumerken, dass gleichermaßen die Einbringung von Sacheinlagen möglich ist. Es kann sich dabei beispielsweise um eine Immobilie oder einen Kraftwagen handeln.

Nimmt eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung des Gründungsprivileg in Anspruch und hält dies vertraglich fest, ist die Unternehmensgründung auch mit einem Stammkapital von nur 10.000 Euro möglich. Es sind hier 5.000 Euro in bar einzuzahlen.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

An einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts sind zwei oder mehr natürliche oder juristische Personen beteiligt. Es handelt sich hier um die Rechtsform einer Personengesellschaft. Sowohl Vermögensgegenstände als auch die Arbeitskraft lassen sich hier zum gemeinsamen Nutzen einbringen.

Auf diese Aspekte ist bei der Firmengründung zu achten

Die Gründung einer GbR geht formlos vonstatten. Ein notariell beurkundeter Gesellschaftervertrag ist in diesem Fall nicht erforderlich. Den Vorschriften des Handelsgesetzbuches muss bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts ebenfalls nicht Folge geleistet werden. Daher ist auch die Eröffnung eines Firmenkontos nicht verpflichtend.

Es lohnt sich bei dieser Rechtsform aber mitunter trotzdem auf einen Vertrag und ein separates Konto zu setzen. Auf diese Weise werden in Bezug auf die Anteile am Unternehmen klare Grenzen gesetzt. Auch ist es so möglich, einem Missbrauch des Vermögens entgegenzuwirken.

Diese Einschränkungen sich bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zu berücksichtigen

Auch bei der GbR gibt es bezüglich der Gründung einzelne Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Ein Vorteil dieser Unternehmensform besteht darin, dass Sie die Gesellschafter im Zuge der Unternehmensgründung kein Bargeld aufbringen müssen. Es ist in diesem Fall ausreichend, dass diese ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen und einbringen.

Diesbezüglich ist zu erwähnen, dass die GbR keine Rechtspersönlichkeit besitzt. Konkret heißt das, dass die Rechtsträger alleine die Gesellschafter sind. Es ist außerdem nicht möglich, die Unternehmensform zu klagen – auch wird sie nicht ins Firmenbuch oder Handelsregister eingetragen.

Die Haftung im Überblick

Alle Gesellschafter haften bei der GbR

  • mit ihrem eigenen Privat- und Betriebsvermögen,
  • ohne eine Betragsbeschränkung
  • stets für die ganze Schuld sowie
  • primär – ein Gläubiger kann damit konkret und auf der Stelle gegen eine bestimmte Person vorgehen.

Grundsätzlich besteht in Bezug auf alle Firmengesellschafter eine Alleingeschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis. Abweichende Bestimmungen lassen sich bei der Gründung der Rechtsform im Vertrag festlegen.

Die Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt

Bei der UG haftungsbeschränkt handelt es sich um die deutsche Rechtsform einer Kapitalgesellschaft. Ebendiese verfügt über einen eigenen Namen und wird durch einen Geschäftsführer vertreten. Es können auch mehrere Personen zum Geschäftsführer ernannt werden.

Darauf ist bei der Unternehmensgründung zu achten

Noch vor der Unternehmengründung sollten Sie klären, wem Sie die Geschäftsführung übertragen. Diesen Posten müssen nicht unbedingt die Firmengesellschafter übernehmen – auch Angestellte können hier zum Zug kommen. Es ist in diesem Fall von einem externen Geschäftsführer die Rede.

Es besteht des Weiteren die Möglichkeit, die UG mit einem standardisierten Musterprotokoll sowie einer individuell verfassten Satzung zu gründen. Das erstgenannte Protokoll kommt aber lediglich dann infrage, wenn das Unternehmen höchstens einen Geschäftsführer und drei Firmengesellschafter hat. Mit einem Musterprotokoll ersparen Sie sich übrigens die Kosten für den Notar, wobei die Gründung schneller vonstatten geht.

Auch um das Stammkapital müssen Sie sich bei der Gründung sorgen. Es sind hier je Gesellschafter Summen zwischen 1 und 24.999 Euro gestattet. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass das Startkapital sämtliche Ausgaben in der ersten Phase der Unternehmensgründung deckt.

Auf diese Einschränkungen ist bei der UG haftungsbeschränkt zu achten

Bevor Sie sich an die Gründung der UG haftungsbeschränkt heranwagen, müssen Sie sich mit den gängigen Einschränkungen bei der Unternehmensgründung vertraut machen. So ist es nicht immer möglich, bei der Gründung der UH haftungsbeschränkt das Musterprotokoll heranzuziehen. Dies gilt dann, wenn das Unternehmen mehr als drei Firmengesellschafter sowie mehrere Geschäftsführer hat.

Für die Unternehmensgründung müssen Sie sich bei der UG zu einem Notar begeben. Die Fachkraft beurkundet alle Gründungsunterlagen, sodass die Firme ins Handelsregister eingetragen werden kann. Auch ist es für die Unternehmensgründung unbedingt erforderlich, dass alle betroffenen Personen ihre Ausweise mitbringen, um ihre Identität zu bestätigen. Dies ist auch bei der Eröffnung des Bankkontos zu empfehlen.

Übersteigt das Stammkapital der UG übrigens den Betrag von 12.500 Euro, ist auch eine Gründung der GmbH und Co KG möglich. Überlegen Sie sich, ob Sie nicht auf eine der häufigsten Unternehmensformen in Deutschland umsteigen wollen. Es kommt diesbezüglich natürlich auf die Art des Betriebs und auf Ihre Vorlieben an.

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die OHG wird zum Betrieb eines Handelsgewerbes ins Leben gerufen. Bei dieser Gesellschaftsform haften alle Gesellschafter und Gläubiger unbeschränkt. Sie eignet sich insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Ein Handelsgewerbe wird in diesem Fall unter einer gemeinsamen Firma betrieben. Die Gründung einer OHG geht oftmals automatisch vonstatten. Und zwar wird die Rechtsform dann ins Leben gerufen, wenn eine GbR die Umsatzgrenze von 250.000 Euro übersteigt.

Die Voraussetzungen für die Firmengründung im Überblick

Damit die Unternehmensgründung für eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) erfolgen kann, muss diese mindestens über zwei Firmengesellschafter verfügen. Es kann sich hierbei um juristische oder natürliche Personen handeln. Außerdem ist der Abschluss eines Gesellschaftsvertrag erforderlich. Ein Vorteil der OHG besteht darin, dass Sie kein Mindestkapital brauchen, um diese ins Leben zu rufen.

Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet die OHG in der Regel selbst. Für die Firmengesellschafter kommt die uneingeschränkte Haftung in Bezug auf ihr Privatvermögen zum Tragen. Die gilt auch für fünf weitere Jahre, nachdem ein Unternehmensgesellschafter ausgeschieden ist. Über die Dauer der Haftung sollten sich alle betroffenen Personen bei dieser Rechtsform im Klaren sein.

Des Weiteren ist jeder Gesellschafter dazu befugt, Einzelgeschäftsführer zu sein oder diesen zu vertreten. Das hat jedoch ausschließlich für gewöhnliche Geschäfte – darunter fällt beispielsweise der Wareneinkauf – Gültigkeit.

Mit diesen Einschränkungen ist zu rechnen

Bedenken Sie bei der Unternehmensgründung, dass die OHG ins Handelsregister eingetragen werden muss. Außerdem haben Sie die Pflicht zur Buchführung. Mit Ihrem Privatvermögen haften Sie bei der Rechtsform uneingeschränkt, weshalb auch bei den Gesellschaftern untereinander ein großes Vertrauen erforderlich ist.

Beschränkungen gibt es, wenn es um die Auflösung der OHG geht. Möglich ist dies nur durch einen einstimmigen Beschluss der Firmengesellschafter, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens oder nach dem Ablauf einer zeitlichen Befristung. Auch in diesem Fall ist die Entscheidung im Handelsregister einzutragen.

Fazit – informieren Sie sich vor der Unternehmensgründung über Ihre Rechte und Pflichten

Bevor Sie sich an die Unternehmensgründung heranwagen, sollten Sie sich über die gewählte Rechtsform im Klaren sein. Danach ist es notwendig, dass Sie sich über deren Eigenheiten und die Anforderungen für Gründer schlau machen. Auf diese Weise können Sie die Firmengründung vorbereitet in Angriff nehmen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich bezüglich der Unternehmensgründung von einer Fachkraft beraten lassen. Diese steht Ihnen auch bei Fragen zur Rechtsform zur Seite. Es ist Ihnen damit möglich, sich vorbereitet an Ihr Vorhaben heranzuwagen. Sind mehrere Personen an der Betriebsgründung beteiligt, sollten auch sie sich an einen Experten wenden. Dadurch sind alle Teilhaber auf demselben stand, wodurch Sie Fehlern in der Unternehmensführung entgegenwirken.

Für die Beratung eignen sich unter anderem Fachkräfte wie ein Unternehmensberater, ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater. Stellen Sie sicher, dass der Experte mit dem Thema „Unternehmensgründung“ bewandert ist.

Über die Autorin
Lisa Hofmann
Lisa Hofmann hat im Oktober 2020 ihren Bachelor of Arts in British American Studies mit Nebenfach Verwaltungswissenschaft erhalten und ist seit November 2020 Teil der qmedia-Redaktion. Im Oktober 2021 begann sie zusätzlich ein Masterstudium an der Universität zu Köln.