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POS Geräte
- Was POS-Geräte leisten: Sie ermöglichen Kunden die Zahlung mit Debit- und Kreditkarten an der Verkaufsstelle und übertragen die Zahlungsdaten sicher an den Zahlungsdienstleister.
- Technische Basis: Datenaustausch über WLAN, Mobilfunk oder Bluetooth; Verschlüsselung gemäß aktuellen technischen Standards (EMV und PCI-DSS).
- Zahlungsabwicklung: Der Zahlungsdienstleister (Acquirer) wickelt Transaktionen ab und überweist die Umsätze auf das Geschäftskonto.
- Anbieterlandschaft: Klassische Anbieter wie Payone oder Concardis stehen modernen FinTech-Systemen wie Revolut, Viva Wallet und myPOS gegenüber.
- Digitale Trends: SoftPOS-Apps, Zahlungslinks und Wallet-Zahlungen (Apple Pay, Google Pay) machen POS-Systeme flexibler und mobiler als je zuvor.
Ich arbeite seit über 15 Jahren als Finanzjournalistin mit Fokus auf digitale Finanzlösungen und Geschäftskonten. POS-Systeme sind heute weit mehr als nur einfache Kartenleser – sie verknüpfen Zahlungen, Buchhaltung und Liquidität zu einem integrierten Geschäftsprozess. Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen Orientierung geben, welche Lösungen derzeit relevant sind und wie sich der Markt in Richtung digitaler Komplettsysteme entwickelt.
Was sind POS-Geräte und wie funktionieren sie?
POS-Geräte ermöglichen es Unternehmen, Kartenzahlungen von Kundinnen und Kunden direkt am Verkaufsort (Point of Sale, POS) zu akzeptieren. Sie lesen die Zahlungsdaten, übertragen sie verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister und erhalten innerhalb weniger Sekunden eine Autorisierungsbestätigung der Bank. Anschließend wird der Betrag über das jeweilige Kartennetz (Visa, Mastercard, Girocard) auf das Händlerkonto überwiesen.
Zahlungsabwicklung in mehreren Instanzen
Zu den POS-Geräten zählen klassische Kartenterminals mit Chipleser ebenso wie moderne SmartPOS-Systeme und App-basierte SoftPOS-Lösungen.
Am Zahlungsvorgang sind mehrere Akteure beteiligt – der Händler, die Kundin oder der Kunde, der Zahlungsdienstleister (Acquirer), die kartenausgebende Bank (Issuer) sowie das jeweilige Kartennetzwerk. Erst wenn alle Instanzen die Zahlung freigeben, gilt sie als endgültig autorisiert.
Unabhängig vom System verläuft die technische Abwicklung immer nach demselben Schema: Nach der Autorisierung werden Transaktionen gesammelt, vom Zahlungsdienstleister abgerechnet und anschließend an die Bank des Händlers übermittelt.
Strenge Sicherheitsstandards für POS-Geräte
POS-Terminals unterliegen einheitlichen Sicherheitsstandards. Grundlage ist die EMV-Technologie (Europay, Mastercard, Visa), die Chipkarten vor Fälschungen schützt und jede Transaktion kryptografisch absichert. Ergänzend greifen die PCI-DSS-Vorgaben (Payment Card Industry Data Security Standard), die den sicheren Umgang mit Kartendaten sowie die Verschlüsselung und die Kontrolle von Zugriffen festlegen.
Alle modernen Geräte erfüllen diese Normen und verschlüsseln sämtliche Zahlungsdaten von der Karte bis zum Zahlungsdienstleister („Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“). Fehler oder Sicherheitswarnungen werden am Terminal unmittelbar angezeigt, sodass Händler Transaktionen jederzeit nachvollziehen können.
Anbieter und Arten von POS-Systemen
Der Markt für POS-Systeme ist in den vergangenen Jahren deutlich vielfältiger geworden. Neben klassischen Zahlungsdienstleistern prägen heute auch spezialisierte FinTechs und integrierte Plattformlösungen das Angebot.
Die Systeme unterscheiden sich sowohl in ihrer technischen Ausführung – vom stationären Terminal bis zur App-basierten Lösung – als auch in der Art der Anbieter, die sie bereitstellen. Der folgende Überblick zeigt die wichtigsten Anbietersegmente, die gängigen Systemarten sowie typische Vertreter der einzelnen Gerätekategorien.
Anbietersegmente
Der Markt für POS-Systeme wird heute von 2 Gruppen geprägt: etablierten Zahlungsdienstleistern und neuen FinTechs mit digitalen Lösungen.
Zu den etablierten Anbietern zählen Acquirer wie Payone, Concardis oder Worldline, die Kartenzahlungen für Banken, Händler und große Handelsketten abwickeln.
Daneben haben sich POS-FinTechs wie SumUp, Zettle oder Viva Wallet etabliert, die kompakte Geräte und App-basierte Kassenlösungen speziell für kleine und mittelständische Unternehmen anbieten.
Arten von POS-Geräten
POS-Geräte gibt es heute in verschiedenen Ausführungen – von klassischen Terminals mit Kabelanschluss bis zu modernen App-basierten Systemen, die ohne zusätzliche Hardware auskommen. Die Wahl hängt vom Einsatzbereich, der gewünschten Mobilität und den technischen Anforderungen des Unternehmens ab.
Stationäre POS-Terminals
Stationäre POS-Geräte sind fest am Kassenplatz installiert und meist über LAN oder Telefonie mit dem Zahlungsnetz verbunden. Sie eignen sich besonders für den stationären Handel mit hohem Transaktionsvolumen und einem stabilen Zahlungsumfeld.
Anbieter sind primär klassische Zahlungsdienstleister wie Concardis, Payone und TeleCash.
Mobile POS-Geräte
Mobile POS-Terminals verfügen über WLAN- oder SIM-Karten-Anbindung und sind dadurch ortsunabhängig nutzbar – ideal für Gastronomie, Lieferdienste oder Handwerksbetriebe. Sie erlauben Kartenzahlungen direkt am Tisch, an der Haustür oder unterwegs.
Geräte wie das SumUp Air, das Zettle Terminal oder das myPOS Go gehören in diese Kategorie.
SmartPOS-Systeme
SmartPOS-Geräte basieren auf Android-Technologie und vereinen Kartenleser, Touchscreen und Kassensoftware in einem einzigen Gerät. Sie können Belege digital versenden, Trinkgelder erfassen und Buchhaltungsdaten automatisch exportieren.
Beispiele für diese Systeme sind das SumUp Solo, das Viva Wallet POS und der Revolut Reader.
- SmartPOS-Geräte sind ausschließlich auf Android-Basis verfügbar; für iOS gibt es keine vergleichbaren Lösungen.
- Der Revolut Reader steht nur Business-Kunden von Revolut zur Verfügung, verarbeitet jedoch Zahlungen aller gängigen Kredit- und Debitkarten sowie über mobile Wallets wie Apple Pay und Google Pay.
SoftPOS und Tap-to-Pay
Neueste Lösungen ermöglichen es, kontaktlose Zahlungen ohne separates Kartenlesegerät direkt über ein Smartphone oder ein Tablet zu akzeptieren. Die sogenannte SoftPOS-Technologie (Software Point of Sale) macht das Mobilgerät zum Terminal: Kundinnen und Kunden halten ihre kontaktlose Kredit- oder Debitkarte, ihr Smartphone oder ihre Smartwatch einfach an das Händlergerät, um die Zahlung auszuführen.
Tap to Pay ist inzwischen für Android und iOS verfügbar. Unter Android wird die Funktion von mehreren Zahlungsdienstleistern wie Viva Wallet, Payone, SumUp und myPOS angeboten, während Apple Tap to Pay (ab iPhone XS) über Partner wie Adyen oder Viva Wallet läuft.
Händlern bietet diese Option maximale Flexibilität – sie benötigen nur ein kompatibles Endgerät und die App ihres Zahlungsanbieters, um Zahlungen überall entgegenzunehmen.
Gerätetypen und typische Anbieter im Überblick
| Typ | Beschreibung | Typische Anbieter |
|---|---|---|
| Stationäres Terminal | Feste Installation am Kassenplatz, Verbindung über LAN oder Telefonleitung. Besonders geeignet für stationäre Geschäfte mit hohem Zahlungsvolumen. | Concardis, Payone, TeleCash, Worldline |
| Mobiles Terminal | Mit Akku, WLAN- oder SIM-Karte – ermöglicht Kartenzahlungen unterwegs oder beim Kunden. Ideal für Gastronomie, Lieferdienste oder mobile Dienstleistungen. | SumUp Air, Zettle Terminal, myPOS Go |
| SmartPOS | Android-basiertes All-in-One-Gerät mit Touchscreen, integriertem Kartenleser und Kassensoftware. Belegversand und Buchhaltungsfunktionen inklusive. | SumUp Solo, Viva Wallet POS, Revolut Reader |
| SoftPOS/Tap-to-Pay | Smartphone oder Tablet fungiert über die NFC-Funktion direkt als Terminal. Keine zusätzliche Hardware erforderlich. | Viva Wallet App, Payone Tap2Phone, Revolut Tap-to-Pay |
Wie Zahlungsfluss und Abrechnung funktionieren
POS-Geräte sind stets Teil eines größeren Zahlungssystems. Jede Kartenzahlung wird über einen Zahlungsdienstleister (Acquirer) abgewickelt, der die Verbindung zwischen Händler, Bank und Kartennetz herstellt.
Sobald eine Zahlung autorisiert ist, beginnt die Abrechnungsphase: Der Zahlungsdienstleister fasst alle Transaktionen zusammen und veranlasst die Gutschrift für den Händler.
Abrechnung und Gutschrift
POS-Zahlungen werden in der Regel gesammelt abgerechnet. Am Ende jedes Geschäftstags oder zu festgelegten Intervallen erstellt der Zahlungsdienstleister eine Sammelabrechnung (Settlement) aller Transaktionen. Diese wird dem Händler gutgeschrieben – je nach System entweder auf dem Geschäftskonto oder auf einem separaten E‑Geld‑Konto.
Bei klassischen Zahlungsdienstleistern und FinTechs ohne E-Geld-Konten erfolgt die Gutschrift als Sammelüberweisung auf das Geschäftskonto des Händlers, meist innerhalb von 1 bis 3 Bankarbeitstagen. Die Anbieter verfügen über eigene Sammel- oder Clearingkonten bei Partnerbanken und leiten die Zahlungen nach Abschluss des Settlements an die externen Händlerkonten weiter. Jede Sammelbuchung wird durch einen detaillierten Transaktionsbericht ergänzt, sodass sich die Zahlungen eindeutig zuordnen lassen.
Bei FinTech-Systemen mit eigenem E-Geld-Konto – etwa Viva Wallet oder myPOS – erfolgt die Abrechnung systemintern. Nach der Autorisierung wird der Umsatz in Echtzeit auf das verbundene Händlerkonto gutgeschrieben. Ein separates Settlement über externe Banken entfällt. Händler können ihr Guthaben jederzeit gesammelt oder einzeln auf ihr Geschäftskonto überweisen und so unmittelbaren Zugriff auf ihre Liquidität behalten.
Ob die Auszahlung automatisch erfolgt oder vom Händler manuell angestoßen werden muss, hängt vom Anbieter ab: Bei Viva Wallet wird sie in der Regel manuell ausgelöst, während myPOS auch automatische Transfers in festgelegten Intervallen anbietet.
- Klassische Zahlungsdienstleister, FinTechs ohne E-Geld-Konten: Sammelabrechnung am Tagesende, Gutschrift nach 1–3 Bankarbeitstagen auf dem Geschäftskonto.
- FinTech-Systeme mit E-Geld-Konto: Echtzeitgutschrift innerhalb der Plattform, Übertrag auf das Geschäftskonto durch den Händler jederzeit möglich.
- Hybridlösungen: Teilweise kombinierte Modelle, bei denen Echtzeitgutschrift und automatischer Tagesabschluss parallel genutzt werden können.
Rückerstattungen und Rückbuchungen
Bei Rückerstattungen oder Chargebacks (z. B. bei fehlerhaften oder stornierten Zahlungen) wird der Betrag automatisch mit künftigen Gutschriften verrechnet oder vom Händlerkonto abgebucht. Der genaue Ablauf hängt vom Anbieter ab, ist jedoch in der Regel vollständig automatisiert und in den Transaktionsreports nachvollziehbar.
Ein Zahlungsterminal erwerben
POS-Systeme können entweder direkt beim Anbieter oder über Partnerprogramme von Banken und Geschäftskonto-Plattformen erworben werden. Beide Wege unterscheiden sich in Preisgestaltung, Vertragsbindung und Serviceumfang. Die Bestellung physischer Geräte ist oft zum Kauf oder zur Miete möglich.
Partnerangebote von Geschäftskonto-Anbietern
Viele Banken und FinTechs vermitteln ihren Geschäftskunden POS-Geräte über externe Partner. Neben klassischen Zahlungsdienstleistern wie Payone oder Concardis werden zunehmend auch FinTechs wie SumUp, Zettle oder myPOS eingebunden. Die Geräte sind häufig rabattiert oder in Servicepakete integriert und lassen sich direkt über das Banking-Portal oder den Partnerlink bestellen. Der Vertrag kommt dabei stets mit dem jeweiligen Zahlungsdienstleister zustande, während die kontoführende Bank nur als Vermittler auftritt.
Direkter Erwerb beim POS-Anbieter
Händler können ihr POS-Gerät auch beim Anbieter beziehen. FinTechs wie SumUp, Zettle oder myPOS bieten dafür eigene Online-Shops mit transparenten Preisen. Die Terminals werden betriebsbereit ausgeliefert. Laufzeiten und Konditionen für Mietverträge variieren je nach Modell.
Klassische Zahlungsdienstleister wie Payone oder Concardis vertreiben ihre Geräte dagegen ausschließlich über Bankpartner oder über individuelle Händlerverträge. Der Abschluss erfolgt im Rahmen eines Miet- oder Leasingmodells, das meist bereits Service und Zahlungsabwicklung einschließt.
SoftPOS und App-basierte Lösungen
Bei SoftPOS-Lösungen entfällt die Hardware vollständig: Händler laden lediglich die App des Zahlungsanbieters auf ihr Smartphone oder Tablet. Die Freischaltung erfolgt nach Identitätsprüfung und Freigabe durch den Anbieter, häufig innerhalb weniger Stunden. Gebühren und Abrechnung entsprechen den klassischen POS-Systemen, die Nutzung ist jedoch meist an bestimmte Betriebssysteme (Android oder iOS) gebunden.
- Hardwarebasierte Terminals: Kauf, Leasing oder Mietmodell mit Laufzeiten von 12 bis 48 Monaten
- App- und SoftPOS-Lösungen: Keine Hardwarebindung, Aktivierung per App, flexible Kündigungsfristen
- Partnerangebote über Banken: Vertragsabschluss direkt beim Zahlungsdienstleister, teils mit rabattierter Hardware oder gebündeltem Servicepaket
Kosten für POS-Geräte und Transaktionsgebühren
Die Kostenstruktur eines POS-Systems setzt sich aus einmaligen Anschaffungskosten und laufenden Transaktionsgebühren zusammen. Je nach Anbietersegment – klassischer Zahlungsdienstleister oder FinTech – unterscheiden sich Preisgestaltung und Gebührenmodell teils deutlich voneinander.
Anschaffungs- und Mietkosten
Stationäre Terminals zum Kauf kosten zwischen 150 und 400 €; der Preis für mobile Geräte liegt zwischen 30 und 150 €.
Klassische Dienstleister wie Payone, Concardis oder TeleCash bieten ihre Geräte in der Regel nur zur Miete oder im Rahmen von Leasing-Modellen an. Die monatlichen Kosten liegen je nach Modell und Ausstattung zwischen 15 € und 60 €, häufig bei Vertragslaufzeiten von 24 bis 48 Monaten. Service, Wartung und Austausch sind meist inklusive.
FinTechs wie SumUp, Zettle oder myPOS erlauben dagegen den Direktkauf zu günstigeren Einstiegspreisen ab rund 20 € und bieten Mietmodelle ab 10 € pro Monat.
App- und SoftPOS-Lösungen sind in der Regel kostenlos, setzen jedoch ein kompatibles Smartphone oder Tablet voraus.
Grundgebühren
Klassische Zahlungsdienstleister wie Payone, Concardis oder TeleCash berechnen zusätzlich eine feste monatliche Grundgebühr. Sie liegt meist zwischen 10 und 30 € pro Monat, bei umfangreicheren Servicepaketen oder Mietmodellen auch darüber. Die Gebühr deckt Terminalmanagement, Sicherheitsupdates und technischen Support ab und fällt zusätzlich zu den Transaktionsentgelten an.
Bei FinTechs und E‑Geld-basierten Systemen wie Viva Wallet gibt es hingegen keine klassische Grundgebühr. Stattdessen kann neben der prozentualen Transaktionsgebühr ein kleiner fixer Betrag pro Zahlungsvorgang anfallen – etwa einige Cent je Transaktion. Diese Kombination aus Fixbetrag und Prozentanteil ersetzt die monatliche Grundgebühr und deckt die Betriebskosten der Zahlungsinfrastruktur ab.
Transaktionsgebühren
- Klassische Anbieter (Payone, Concardis): Transaktionsentgelte von 0,9 % bis 2,5 %, je nach Kartenart und Volumen.
- FinTechs (SumUp, Zettle, myPOS): Keine Grundgebühr, dafür fixe prozentuale Gebühren pro Zahlung (1,49 % – 2,75 %).
- E-Geld-basierte Systeme (Viva Wallet): Kombination aus fixem Satz und prozentualer Gebühr, teilweise mit Cashback- oder Rabattmodellen bei höherem Umsatz.
Zusatzkosten und Servicegebühren
Einige Anbieter berechnen separate Entgelte für Rückbuchungen (Chargebacks), papierbasierte Belege oder bestimmte Kartenarten (z. B. Firmenkreditkarten). Bei klassischen Zahlungsdienstleistern fallen teilweise Service- und Wartungspauschalen an.
- Einmalige Kosten für die Anschaffung: abhängig von Terminaltyp und Funktionsumfang
Transaktionsgebühren: prozentual vom Umsatz, teils mit Fixanteil - Laufende Kosten: gegebenenfalls Kosten für Leasing oder Miete, optional für Service, Wartung oder Papierrollen
- Rabatte über Geschäftskonto-Partner: möglich bei kombinierter Nutzung von Konto und POS-Service
Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen weniger vom Terminaltyp als vielmehr von der Transaktionsstruktur des Unternehmens ab. Wer überwiegend kleinere Beträge abrechnet, profitiert meist von FinTech-Lösungen mit flexiblen Gebührenmodellen und optionalen Mietvarianten. Bei hohem Zahlungsvolumen und stabilen Umsätzen sind dagegen klassische Anbieter mit festen Monatspauschalen häufig die wirtschaftlichere Wahl.
Service und Support
Zuverlässiger technischer Support ist bei POS-Systemen entscheidend, da Ausfälle den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigen können. Klassische Zahlungsdienstleister bieten meist telefonischen Kundendienst, Vor-Ort-Service und Wartungsverträge, die im monatlichen Grundpreis enthalten oder separat buchbar sind.
FinTech-Anbieter setzen dagegen überwiegend auf digitalen Support über Chat, E-Mail und Self-Service-Portale. Updates und Fehlerbehebungen erfolgen automatisch über die Cloud. Für Händler bedeutet das geringeren Administrationsaufwand, allerdings auch weniger persönliche Betreuung bei technischen Problemen oder Rückbuchungen.
- Technischer Support per Telefon, Chat oder E-Mail
- Regelmäßige Software-Updates und Sicherheitszertifizierungen
- Austausch defekter Geräte oder Ersatzterminals
- Unterstützung bei Rückbuchungen und Transaktionsreklamationen
Alternative Zahlungsmöglichkeiten
Neben klassischen POS-Systemen gewinnen alternative Bezahlverfahren zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen digitale Zahlungen ohne stationäres Terminal und sind insbesondere für Online-Händler, Dienstleister und mobile Unternehmen interessant.
Technisch basieren viele dieser Lösungen auf denselben Zahlungsnetzwerken wie klassische POS-Terminals – Autorisierung, Abrechnung und Gebührenstruktur sind daher meist identisch. In der Praxis überschneiden sich Terminal- und App-basierte Systeme häufig: SoftPOS-Apps und mobile Terminals arbeiten oft mit denselben Zahlungsdienstleistern und bieten vergleichbare Funktionen.
Viele alternative Lösungen lassen sich parallel zu einem bestehenden POS-System einsetzen und erweitern die Flexibilität im Zahlungsalltag.
Mobile Payment
Zahlungen über mobile Wallets wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay erfolgen direkt auf dem Smartphone oder der Smartwatch. Händler benötigen lediglich ein NFC-fähiges Terminal oder ein SoftPOS-System. Die Abwicklung erfolgt über die Kartennetzwerke der hinterlegten Kredit- oder Debitkarten, sodass sich mobile Zahlungen nahtlos in bestehende Kassensysteme integrieren lassen.
QR-Code- und Link-Zahlungen
FinTechs wie SumUp, Zettle oder Viva Wallet ermöglichen es, Zahlungen per QR-Code oder Zahlungslink zu akzeptieren. Kundinnen und Kunden scannen den Code mit ihrem Smartphone oder erhalten per E-Mail oder Messenger einen Link zur sicheren Online-Zahlung. Diese Methode eignet sich besonders für Lieferdienste, Handwerksbetriebe oder Dienstleister ohne stationäre Kasse.
Online- und In-App-Zahlungen
Für E-Commerce und digitale Dienstleistungen kommen klassische Online-Payment-Gateways oder integrierte FinTech-Lösungen zum Einsatz. Anbieter wie Stripe, Adyen oder Mollie bündeln verschiedene Zahlungsarten – von Kreditkarte über PayPal bis hin zur Sofortüberweisung – in einer zentralen Schnittstelle. Viele POS-FinTechs ermöglichen zusätzlich die Integration derselben Zahlungsarten in Webshops oder mobile Apps.
Elektronische Lastschrift und SEPA Direct Debit
Bei wiederkehrenden Zahlungen, etwa in Fitnessstudios oder bei Abo-Modellen, bleibt das SEPA-Lastschriftverfahren eine einfache und kostengünstige Option. Die Abbuchung erfolgt direkt vom Kundenkonto, eine Terminalinfrastruktur ist nicht erforderlich. Zahlungsdienstleister übernehmen in diesem Fall die Mandatsverwaltung und das Rücklastschriftmanagement.
- Reduzierter Hardwareaufwand und geringere Fixkosten
- Flexible Einsatzmöglichkeiten im stationären und digitalen Umfeld
- Integration in bestehende Buchhaltungs- und CRM-Systeme
- Ergänzende Nutzung zu klassischen POS-Terminals
Fazit: Zwischen klassischem Terminal und digitaler Plattform
POS-Systeme haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt – von klassischen Kartenterminals hin zu flexiblen, softwarebasierten Lösungen, die sich nahtlos in den digitalen Geschäftsalltag integrieren lassen. Ob stationäres Terminal, SmartPOS oder SoftPOS-App: Entscheidend ist, dass das System zuverlässig funktioniert, technisch abgesichert ist und zum jeweiligen Geschäftsmodell passt.
Ich beobachte seit Jahren, wie stark sich der Markt hin zu integrierten Plattformen entwickelt – viele FinTechs kombinieren inzwischen POS, Buchhaltung und Banking in einer einzigen Lösung. Für Händler eröffnet das neue Spielräume, erfordert jedoch auch eine sorgfältige Prüfung der Vertragsbedingungen und Gebührenmodelle.
Wer die Systeme vergleicht und auf Transparenz bei Kosten und Service achtet, kann mit modernen POS-Lösungen nicht nur Zahlungen abwickeln, sondern seine gesamten Geschäftsprozesse effizienter gestalten.
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Die Geschichte der POS-Systeme reicht bis in die 1980er-Jahre zurück, als elektronische Kassen erstmals Kartenzahlungen ermöglichten. Mit der zunehmenden Digitalisierung wandelten sich die Geräte von einfachen Terminals zu vernetzten Lösungen mit Cloud-Anbindung, Reporting-Tools und automatischer Buchhaltung. Moderne POS-Produkte kombinieren Hardware, Software und Finanzdienstleistungen in einem System und bilden damit das Zentrum des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in vielen Branchen.
Bargeld-Handlings und elektronische Zahlungen laufen oft parallel. Viele Händler nutzen hybride Kassenlösungen, die Kartenzahlungen über das POS-System abwickeln und gleichzeitig Barumsätze erfassen. Die Daten werden dabei zentral gespeichert, sodass sich alle Transaktionen gemeinsam auswerten lassen. Einige Anbieter stellen zusätzliche Ressourcen wie Zählmodule oder Kassenschubladen bereit, um Bargeld- und Kartenumsätze einheitlich zu verbuchen.
Ein POS-Terminal erfasst die Kartendaten des Karteninhabers, den Zahlungsbetrag sowie den Zeitpunkt der Transaktion. Diese Informationen werden verschlüsselt an den Zahlungsdienstleister übermittelt und gemäß den geltenden Sicherheitsstandards gespeichert. Händler erhalten über das Dashboard oder den täglichen Transaktionsbericht Zugriff auf aggregierte Daten, um Umsätze, Nutzung und Rückbuchungen nachvollziehen zu können.
Zahlungsempfänger ist immer der Händler oder das Unternehmen, an dessen Kasse die Zahlung erfolgt. Der Acquirer nimmt die Transaktionsdaten entgegen, wickelt die Zahlung über das jeweilige Kartennetz ab und leitet den Betrag an das Geschäftskonto des Zahlungsempfängers weiter. Bei E-Geld-Systemen erfolgt die Gutschrift zunächst auf einem Händlerkonto auf der Plattform.
Wird eine Karte gesperrt oder ist sie abgelaufen, lehnt das POS-System die Zahlung automatisch ab. Der Zahlungsdienstleister prüft im Kartennetzwerk in Echtzeit, ob die Karte gültig und ausreichend gedeckt ist. Fehlercodes und Anzeigen am Terminal informieren den Händler über den Ablehnungsgrund. Neue Karten lassen sich sofort wieder am POS-Gerät verwenden, sobald sie von der Bank aktiviert wurden.
Je nach Branche unterscheiden sich Aufbau, Funktionen und Verwendung der Systeme deutlich voneinander. Im Einzelhandel stehen Kasse, Inventar und Kundenverwaltung im Mittelpunkt, während in der Gastronomie mobile Terminals und Trinkgeldfunktionen entscheidend sind. Dienstleister profitieren von flexiblen App-Lösungen, die sich unterwegs einsetzen lassen. Einige Anbieter passen ihre Produkte gezielt an branchenspezifische Anforderungen an.
Viele Anbieter ermöglichen persönliche Beratungsgespräche oder bieten Demotermine an. Fachberater oder Außendienstmitarbeiter kommen häufig direkt in die Stores, um sich ein Bild vom Geschäftsbetrieb zu machen und die passende Lösung auszuwählen. Alternativ stehen Online-Ressourcen, Produktvideos und Testgeräte zur Verfügung, um Funktionen und Nutzung im Vorfeld zu prüfen.
Klassische Zahlungsdienstleister wie Payone oder Concardis halten selbst keine Kundengelder und benötigen daher keine eigene Einlagensicherung. Die Abwicklung erfolgt über Bankkonten, die der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 € unterliegen.
FinTech-Anbieter mit E-Geld-Konten – etwa Viva Wallet oder myPOS – sind dagegen keine Banken. Für sie gilt keine staatliche Einlagensicherung, sondern das sogenannte Safeguarding-Prinzip gemäß der EU-E-Geld-Richtlinie. Kundengelder müssen getrennt vom Firmenvermögen auf Treuhandkonten bei regulierten Banken oder unter einer entsprechenden Garantie verwahrt werden. Das schützt vor dem Insolvenzrisiko des Anbieters, ersetzt jedoch keine gesetzlich garantierte Einlagensicherung.