Geschäftskonto mit Buchhaltung

Geschäftskonten mit Buchhaltung sind ein aktueller Trend, der sich im Firmenkunden-Segment immer stärker durchsetzt. FinTech-Unternehmen spielten dabei von Anfang an eine wesentliche Rolle. Die meisten FinTechs haben ihre Business-Konten von Anfang an stark auf die speziellen Bedürfnisse von Freiberuflern, Solo-Selbstständigen sowie kleinen und mittleren Unternehmen ausgerichtet. Ein Geschäftskonto mit Buchhaltung, API-Schnittstellen und DATEV-Schnittstelle sind heute bei vielen dieser Anbieter ein standardmäßiger Bestandteil ihres Leistungsangebots.
von Charlotte Ruzanski
Geschäftskonto mit Buchhaltung: Essentials
  • All-in-One-Konto: Ein Geschäftskonto mit Buchhaltung integriert Kontotransaktionen und Finanzbuchhaltung miteinander
  • Digitalisierung: Höhere Effizienz und geringerer administrativer Aufwand durch Buchhaltungsautomatisierung
  • Optimierte Datenübertragung: Unkomplizierte Datenübertragung über API-Schnittstellen und DATEV-Anbindung
  • Anbieter: Ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung bieten vorwiegend Neobanken und FinTechs an

Geschäftskonto mit Buchhaltung – mehr Effizienz für die Finanzverwaltung

Buchhaltung, eine ordnungsgemäße Buchführung und die Erledigung von Steuerangelegenheiten sind im Alltag zeitaufwendig. Vor allem Gründer, Freelancer und Solo-Selbstständige übernehmen diese Aufgaben häufig selbst, da sie die Kosten für das Outsourcing an Externe sparen wollen. Die Zeit dafür fehlt ihnen dann in ihrem Kerngeschäft.

Zudem ist eine korrekte und lückenlose Buchhaltung wichtig, um die Finanzen des Unternehmens jederzeit im Blick zu haben und Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden. Die Lösung dafür ist ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung, das dafür sorgt, die Finanzverwaltung Ihres Unternehmens weitgehend zu automatisieren. Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen gewinnen so mehr Zeit für ihre Kernaufgaben.

Bei diesen Anbietern können Sie ein Business-Konto mit Buchhaltung eröffnen

In unserem Geschäftskonto-Vergleich haben Sie die Möglichkeit, gezielt nach Geschäftskonten zu recherchieren, die eine automatisierte Buchhaltung unterstützen. Hier stellen wir Ihnen fünf Banking-Anbieter aus der FinTech-Szene vor.

Was ein Geschäftskonto mit Buchhaltung für Ihre Firma leistet

Der Markt für Geschäftskonten hat sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert – hierzu haben vor allem Neobanken und FinTech-Unternehmen beigetragen.

Ein FinTech Geschäftskonto ist ein reines Online-Konto. Die Abwicklung aller Transaktionen ist mit browserbasierten Web-Apps ebenso wie mit mobilen Banking-Apps möglich. Viele FinTech Firmenkonten sind zusätzlich mit digitalen Buchhaltungs-Tools ausgestattet, sodass Ihre Finanzverwaltung mit einem solchen Konto ganz einfach vor sich geht.

Bei einem Geschäftskonto mit Buchhaltungsfunktionen profitieren Sie unter anderem von den folgenden Leistungen:

  • Automatische Erstellung von individualisierten Angeboten und Rechnungen
  • Mahnwesen
  • Stammdatenverwaltung
  • Belegerfassung und Belegverwaltung
  • Automatische Übertragung von SEPA-Überweisungen und anderen Buchungen in die Software
  • Kategorisierungen – Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben zu bestimmten Geschäftsvorgängen
  • Erstellung von Budgetplanung und Finanzberichten in automatisierter Form und mit wenigen Klicks
  • Einfache oder doppelte Buchführung
  • Je nach gewähltem Geschäftskonto – Verfügbarkeit von Unterkonten für Steuer- oder Investitionsrücklagen sowie Steuerberater-Funktion/Zugriff des Steuerberaters auf die Kontodaten (Editoren-Zugriff über eine DATEV-Schnittstelle, ohne die Möglichkeit, eigene Transaktionen durchzuführen)
  • Abhängig von der verwendeten Software – automatische Steuerberechnung (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommens- oder Körperschaftssteuer) sowie steuerlich relevanter Berichte zur Gewinnermittlung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung/EÜR oder Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung/GuV).
  • Über API-Schnittstellen: Datenübertragung in andere Anwendungen und Digitalsysteme innerhalb des Unternehmens.
  • Über eine DATEV-Schnittstelle: Datenexport zum Steuerberater und an das Finanzamt.

Welche buchhalterischen Leistungen Sie zusammen mit Ihrem Geschäftskonto in Anspruch nehmen können, hängt vom Anbieter und dem von Ihnen gewählten Kontomodell ab. Neben bereits in das Konto integrierten Tools besteht die Möglichkeit, Software für Buchhaltung und Finanzverwaltung über eine API-Schnittstelle mit dem Geschäftskonto zu verbinden. Vor allem in Unternehmen, die ein digitales Geschäftsmodell verfolgen, sind hierdurch eine vollständig automatisierte Buchhaltung und Buchführung möglich.

Direkte Integration von Buchhaltungs-Software in das Geschäftskonto

Einige FinTechs bieten die Software-Pakete für ihre Geschäftskonten als standardmäßige Zusatzleistung an. Je nach Anbieter stehen dafür ein Programm oder mehrere Software-Lösungen zur Verfügung. Gängige Buchhaltungsprogramme sind beispielsweise:

  • Lexoffice
  • SumUp (früher Debitoor)
  • sevDesk
  • Sage
  • Billomat
  • FastBill
  • BillBee
  • Zuper
  • Sorted

SEPA-Überweisungen und andere Transaktionen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden vom Geschäftskonto in die Software übertragen. sevDesk benötigt dafür lediglich vier Stunden. Lexoffice ist mit einer Echtzeit-Datenübertragung ausgestattet.

Anbindung von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern über DATEV

Ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung verfügt in der Regel auch über eine DATEV-Schnittstelle, über die es möglich ist, Daten direkt und in bereits aufbereiteter Form auf das DATEV-Portal des Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers zu exportieren.

Beispielsweise ermöglicht ein Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle, Kontotransaktionen direkt mit den Informationen im System des Steuerberaters zu synchronisieren. Synchronisiert werden jeweils Name und IBAN des Zahlungsempfängers, der Betrag sowie der Verwendungszweck der Zahlung.

Allerdings gibt es bei einem Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle zum Teil Unterschiede in der Qualität der DATEV-Ausstattung. Hier können die Filialbanken gegenüber vielen FinTechs und Neobanken punkten. Zu einem Filialbank-Geschäftskonto gehört meist eine direkte DATEV-Schnittstelle, sodass eine manuelle Datenaufbereitung durch den Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer nicht mehr nötig ist.

Demgegenüber nutzen FinTech-Unternehmen zum Teil eine DATEV-Schnittstelle mit vereinfachten Exportfunktionen, die diese Leistung nicht in vollen Umfang bieten. Bei einem solchen Geschäftskonto mit DATEV fehlen wichtige Synchronisierungsfunktionen, sodass die Datenaufbereitung nicht vollständig automatisiert werden kann, was zu höheren Kosten für den Steuerberater führt. Wenn Sie Wert auf ein sehr leistungsfähiges Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle legen, sollten Sie somit auch dieses Auswahlkriterium im Blick behalten.

Durch ein Business-Konto mit Buchhaltungsfunktionen Kosten sparen

Durch ein Geschäftskonto mit Buchhaltungsfunktionen können Sie in relevantem Umfang Kosten sparen. Wenn Sie Buchhaltungs-Software separat erwerben, zahlen Sie dafür pro Jahr zwischen 150 und 700 €. Wenn die Software bereits in das Geschäftskonto integriert ist, sind die Kosten dafür zum Teil schon durch die monatliche Kontoführungspauschale abgedeckt. Andere Anbieter bieten die Programme zu rabattierten Preisen an.

Falls Sie bereits über eigene Buchhaltungs-Software verfügen, sollten Sie vor der Auswahl Ihres Geschäftskontos prüfen, ob da Programm mit dem gewünschten Konto kompatibel ist.

Belege direkt im Geschäftskonto scannen, beglaubigen und archivieren

Eine beträchtliche Arbeitserleichterung ergibt sich durch ein Geschäftskonto mit Buchhaltung durch die digitale Verwaltung von Belegen. Software-basiert können Sie Ihre Belege ganz einfach digital verwalten und im Idealfall auf Papierbelege vollständig verzichten.

Zu den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung gehört, dass keine Buchungen ohne Beleg erfolgen dürfen. Traditionell wird die Rechtsgültigkeit durch Papierbelege nachgewiesen.

Bei einem Geschäftskonto mit integrierten Buchhaltungsfunktionen werden Belege digital gescannt. Wichtig ist, dass während des Scannens eine automatische Beglaubigung und Archivierung aller Belege vorgenommen wird. Die meisten Anbieter haben ihre Konten heute mit entsprechenden Systemen ausgestattet. Vor der Kontoeröffnung lohnt sich jedoch auf jeden Fall die Frage, ob diese Serviceleistung für das jeweilige Geschäftskonto angeboten wird.

Beglaubigung durch digitalen Fingerabdruck und elektronische Signaturen

Die Grundlage für die digitale Belegbeglaubigung bildet meist die mobile Banking-App, mit der Sie Ihr Geschäftskonto führen. Beim Einloggen in das System erfasst sie beispielsweise Ihren Fingerabdruck. Auch Datum und Uhrzeit, zu denen ein Beleg hochgeladen wurde, werden per App dokumentiert. Digitale Belege werden hierdurch rechtskonform und für einen unbegrenzten Zeitraum archiviert. Bei Bedarf können sie problemlos abgerufen werden.

Generell liegt der rechtskonformen Beglaubigung von Belegen die europäische Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste (eIDAS) zugrunde, die unter anderem die Vorgaben für digitale Signaturen regelt.

Wichtig ist, dass die digitalen Kopien von Belegen mit dem Original übereinstimmen, hervorragend lesbar sind, ihre Farben dem Original entsprechen und am Dokument durch den Scan nichts beschnitten wird.

Geschäftskonto mit Buchhaltung – weitere Funktionen

Durch die Integration von Geschäftskonto und Buchhaltung organisieren Unternehmer ihre Finanzen heute problemlos durch mobiles Online-Banking. Als ein Beispiel: Sie laden Geschäftspartner zu einem Business-Lunch ein und bezahlen mit der zum Konto gehörenden Kreditkarte oder Debitkarte. Sofern Sie direkt den Beleg einscannen, wird die Zahlung nicht nur von Ihrem Konto abgebucht, sondern automatisch und inklusive Beleg auch durch das Buchhaltungsprogramm erfasst, kategorisiert und archiviert.

Erstellung und Nachverfolgung von Rechnungen – direkt im Business-Konto

Rechnungen können Sie in einem Geschäftskonto mit integrierten Buchhaltungsfunktionen in Ihrem Online-Banking erstellen und mit der mobilen Banking-App direkt per E-Mail versenden. Kundendaten hinterlegen Sie in der Kontaktdatenbank des Kontos, sodass sie für jede weitere Rechnung automatisch abgerufen werden können.

Zu den Funktionen eines Geschäftskontos mit integrierter Buchhaltung gehört, dass die Software sicherstellt, dass Ihre Rechnungen alle gesetzlich vorgegebenen Pflichtangaben enthalten. Auch E-Rechnungen werden durch die Programme gesetzeskonform erstellt – diese Funktion ist insbesondere für Unternehmer wichtig, zu deren Kunden öffentliche Auftraggeber zählen. Seit Ende 2022 sind Lieferanten und Dienstleister von Bundesbehörden zur Ausstellung von E-Rechnungen verpflichtet.

Offene Rechnungen werden auf einem Geschäftskonto mit Buchhaltung automatisch mit Zahlungseingängen abgeglichen. Bezahlte Rechnungen werden entsprechend gekennzeichnet und abgelegt. Ebenso lässt sich durch die Software der Versand von Zahlungserinnerungen und Mahnungen automatisieren.

Digitale Unterstützung in Steuerangelegenheiten

Einige Konten sind nicht nur mit Buchhaltungsfunktionen, sondern auch mit einer automatischen Steuerschätzung ausgestattet. Anhand der verbuchten Zahlungsvorgänge und hochgeladener Belege werden nicht nur Einnahmen und Ausgaben erfasst, sondern für die verschiedenen Steuern auch eine Prognose vorgenommen. Hierdurch haben Sie zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über Ihre Steuerlast, sodass Sie entsprechende Rücklagen bilden können und durch Ihren Steuerbescheid keine bösen Überraschungen erleben.

Vor allem Freiberufler und Solo-Selbstständige können durch die Kombination von Geschäftskonto und Buchhaltungs-Tools zumindest in der ersten Phase nach der Gründung ihre Steuererklärung oft eigenständig und ohne die Hilfe eines Steuerberaters erstellen.

Analytische Funktionen und Reporting

Zum Leistungsumfang eines Geschäftskontos mit Buchhaltung gehören außerdem Funktionen für Analyse und Reporting. Die Daten dafür werden automatisch aufbereitet und können meist in einem intelligenten Dashboard abgerufen werden, sodass Sie jederzeit einen aktuellen Überblick über die finanzielle Lage Ihres Unternehmens haben.

Fünf leistungsstarke Geschäftskonten mit integrierter Buchhaltung

Im Folgenden stellen wir fünf Geschäftskonten mit integrierten Buchhaltungsfunktionen vor, die sich optimal für Freiberufler, Solo-Selbstständige und kleinere Firmen eignen und von Anbietern im FinTech-Segment entwickelt wurden. Bei diesen Geschäftskonten handelt es sich um reine Online-Konten. Support erhalten Sie telefonisch sowie per Kontaktformular/E-Mail und in Live-Chats.

FYRST

FYRST ist eine FinTech-Tochter der Deutschen Bank, die seit 2019 auf dem Markt aktiv ist. Ihre beiden Kontomodelle FYRST Base und FYRST Complete können Firmen aller Rechtsformen eröffnen. FYRST bietet seinen Kunden ein sehr umfassendes Leistungsspektrum an, da ihnen für klassische Bankdienstleistungen auch die Filialen der Deutschen Bank und der Postbank zur Verfügung stehen.

Die beiden Konten sind mit einem weitgehend identischen Leistungsumfang ausgestattet. Unterschiede betreffen lediglich die Anzahl der pro Monat inkludierten kostenfreien SEPA-Transaktionen und die Gebühren für einige weitere Bankdienstleistungen. Freiberufler und Einzelunternehmer zahlen für FYRST Base keine monatliche Grundgebühr, für Unternehmen werden Kontogebühren von 6 € fällig. FYRST Complete kostet 10 € monatlich.

Buchhaltungs-Software ist in beide Kontomodelle integriert. Zur Auswahl stehen die Programme von Lexoffice, sevDesk, Sage und DATEV, die zusammen mit einem FYRST Geschäftskonto mit einem 25-prozentigen Rabatt auf den Herstellerpreis geordert werden können. Der Rabatt für Gründer, die für 6 € pro Monat zusätzlich das FYRST Starterpaket bestellen, erhalten für die Programme 50 Prozent Rabatt.

Qonto

Qonto ist eine französische Neobank, die 2017 in Paris gegründet wurde. Seit 2019 ist sie auch auf dem deutschen Markt vertreten. Mitte 2022 hat Qonto das Berliner FinTech Penta übernommen, das ebenfalls in diesem Marktsegment aktiv war. Ein Qonto Geschäftskonto können ebenfalls Unternehmen aller Rechtsformen eröffnen.

Die Kontomodelle Basic, Smart und Premium sind für die Anforderungen von Freiberuflern, Solo-Selbstständigen und kleineren gewerblichen Firmen ausgelegt. Die Kontoführungsgebühr dafür beträgt 9, 19 oder 39 € pro Monat. Die Geschäftskonten Essential, Business und Enterprise wenden sich – ebenfalls mit abgestuften Leistungsumfang – an Start-ups und Firmen, die sich auf Wachstumskurs befinden. Die monatlichen Kosten dafür liegen bei 29, 99 und 249 €.

Unabhängig vom gewählten Kontomodell ist das Qonto Geschäftskonto mit verschiedenen Software-Tools für Buchhaltung und Rechnungsstellung ausgestattet – allerdings unterscheiden sich die verfügbaren Funktionen zwischen den einzelnen Konten. Qonto Basic verfügt lediglich über eine digitale Belegverwaltung und Schnittstellen für die Anbindung externer Software und Systeme. In die Konten Smart und Premium sind zusätzlich ein Buchhaltungs-Tool und in die drei anderen Konten außerdem digitale Tools für die Erstellung von Rechnungen integriert.

Zum Leistungsumfang der Qonto Geschäftskonten gehören außerdem GoBD-konforme Beglaubigungen von Belegen, Sammelüberweisungen, eine automatische Mehrwertsteuer-Erfassung sowie Funktionen für das Workflow-Management und die Verwaltung von Team-Budgets. Finanz- und Performance-Analysen können per Web-App oder im Mobile-Banking über ein Dashboard abgerufen werden.

Die Buchhaltungs-Software anderer Anbieter – z. B. sevDesk, Lexoffice oder DATEV – stellt Qonto den Nutzern seiner Firmenkonten auf Wunsch kostenpflichtig zur Verfügung.

Finom

Auch das niederländische FinTech Finom wendet sich mit seinem Geschäftskonto an Unternehmen aller Rechtsformen. Auf dem deutschen Markt ist es seit Ende 2020 aktiv.

Das Kontomodell Finom Solo ist ein kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler und Einzelunternehmer. Die monatliche Grundgebühr für die Konten Start, Premium und Corporate beläuft sich auf 9, 28 oder 110 €.

In alle Finom Firmenkonten sind digitale Features zur Erstellung von Angeboten und Rechnungen sowie zur Nachverfolgung von Zahlungen integriert – für das kostenlose Finom-Konto ist hier allerdings nur ein eingeschränkter Leistungsumfang vorgesehen.

An die drei kostenpflichtigen Konten kann über eine API-Schnittstelle Buchhaltungs-Software unterschiedlicher Anbieter angebunden werden. Unterstützt werden DATEV, sevDesk, Billomat, FastBill und einige weitere Programme.

Holvi

Das finnische FinTech-Unternehmen Holvi wurde 2011 gegründet und verfügt über eine europaweite Lizenz als Zahlungsinstitut. Das Holvi Geschäftskonto kann in insgesamt drei Varianten mit abgestuften Leistungsprofilen eröffnet werden – Holvi Lite, Holvi Pro und Holvi Pro+. Der monatliche Grundpreis dafür liegt bei 9, 15 oder 18 €.

Alle drei Kontomodelle sind mit Software von Lexoffice und einigen weiteren Buchhaltungstools ausgestattet – das Geschäftskonto Holvi Lite allerdings nur in abgespeckter Form. Während für die beiden anderen Konten alle Funktionen der Software zur Verfügung stehen, ist in dieses Konto lediglich die Überwachung von Einnahmen und Ausgaben, eine digitale Belegverwaltung sowie der Ausweis von Umsatzsteuer und Gewinnen integriert.

Kontist

Das Berliner FinTech Kontist hat insgesamt drei Kontomodelle mit abgestuftem Leistungsumfang im Programm.
Ein Kontist Geschäftskonto können ausschließlich Freiberufler und Einzelunternehmer eröffnen. Sie wählen zwischen dem kostenlosen Geschäftskonto Kontist Free und den beiden kostenpflichtigen Kontomodellen Kontist Buchhaltung und Premium. Die monatliche Kontoführungsgebühr für diese beiden Konten beträgt 9 oder 29 €.

Für Kontist Free sind mit Ausnahme von Funktionen für die automatische Erstellung von Rechnungen und die Nachverfolgung von Zahlungen keine weiteren Buchhaltungs-Tools vorgesehen. Nutzern der beiden kostenpflichtigen Konten steht neben den Buchhaltungsprogrammen von Lexoffice oder FastBill eine automatische Echtzeitberechnung von Umsatz- und Einkommenssteuer zur Verfügung. Die zu erwartenden Steuersummen werden automatisch auf einem Unterkonto abgelegt.

Kontist Steuerservice

Der Steuerservice der Kontist GmbH ist ein zusätzliches Angebot für Nutzer des Geschäftskontos Kontist Premium. Er deckt alle wesentlichen Steuerangelegenheiten von Freelancern und Einzelunternehmern ab. Voraussetzung dafür ist, dass alle steuerrelevanten Transaktionen über die Bank-App des Anbieters abgewickelt werden und keine weiteren Firmenkonten bestehen. In den Service sind auch persönliche Beratungen durch einen professionellen Steuerberater eingeschlossen. Wer bisher ein anderes Kontist Geschäftskonto nutzt, wird durch die Buchung des Steuerservice automatisch auf das Premium-Konto umgestellt.

Die Kosten für diesen Service belaufen sich auf monatlich 149 €. In den ersten beiden Jahren nach der Gründung, für Kleinunternehmer sowie für Kunden mit weniger als 50.000 € Jahresumsatz gilt ein reduzierter Preis von 99 € (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Kontoführungsgebühr für das Geschäftskonto ist darin bereits enthalten.

Für Gründer in den ersten beiden Jahren nach dem Start in die Selbstständigkeit, Kleinunternehmer und Nutzer mit einem Jahresumsatz von unter 50.000 € gilt ein reduzierter monatlicher Festpreis von 99 € (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Zusätzliche Steuerberatungsleistungen können gebührenpflichtig geordert werden.

Fazit

Ohne korrekte Buchhaltung und Buchführung ist keine ordnungsgemäße Unternehmensführung möglich. Freiberufler, Solo-Selbstständige und Unternehmer stehen damit außerdem gegenüber dem Finanzamt in der Pflicht. Für die Ermittlung von Gewinnen und Steuern müssen alle Einnahmen und Ausgaben nachvollziehbar und lückenlos verbucht sowie durch Belege nachgewiesen werden.

Für Unternehmer sind mit Buchhaltung und der Erledigung von Steuerangelegenheiten beträchtliche Herausforderungen verbunden – im Hinblick auf den Zeitaufwand, aber auch vergessene Belege und inhaltliche Fehler.

Ein Geschäftskonto mit Buchhaltung hilft Ihnen dabei, die Finanzen Ihres Unternehmens optimal zu organisieren. Auch die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater wird durch die Steuerberater-Funktion der Software nachhaltig erleichtert und außerdem kostengünstiger, da die manuelle Aufbereitung von Steuerunterlagen durch den Berater wegfällt.

Durch ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung gewinnen Sie somit Zeit für Ihr Kerngeschäft und andere wichtige Bereiche Ihrer Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Ein Geschäftskonto mit Buchhaltung wird derzeit vorwiegend von FinTechs und Neobanken angeboten – bei einem solchen All-In-One-Konto ist die Buchhaltungs-Software von vornherein in das Konto integriert. Bei diesen Konten handelt es sich um reine Online-Konten. Die Kontoführung inklusive der Nutzung der Buchhaltungsfunktionen erfolgt im Online-Banking und per App. Support erhalten Sie telefonisch, in Live-Chats und per Kontaktformular und E-Mail.

Filialbanken bieten ebenfalls Firmenkonten an, bei denen über Schnittstellen die Anbindung von Buchhaltungs-Software möglich ist. Die Programme müssen jedoch bei den meisten Banken separat erworben werden.

Von der Integration von Geschäftskonto und Buchhaltung profitieren Sie vor allem in den folgenden Bereichen:

  • Angebots- und Rechnungserstellung
  • Zahlungsnachverfolgung mit wenigen Klicks
  • Belegverwaltung ohne Papier und manuelles Sortieren
  • Aufbereitung von Steuerdaten und Export zum Steuerberater über eine DATEV-Schnittstelle
  • Gesetzeskonforme Buchführung
  • Echtzeit-Überwachung von Einnahmen und Ausgaben
  • Analytik und Reporting.

Abhängig von Ihrem Geschäftsmodell können Sie durch ein Konto mit integrierter Buchhaltung und DATEV-Anbindung die Finanzverwaltung weitgehend oder vollständig digitalisieren und Ihren Arbeitsaufwand für administrative Aufgaben beträchtlich reduzieren.

Durch ein Geschäftskonto mit Buchhaltung gewinnen Sie ganz einfach einen transparenten und tagesaktuell verfügbaren Überblick über Ihre geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben sowie die finanzielle Lage Ihrer Firma.

Grundsätzlich ja. Auch Kleinunternehmer müssen sich um ihre geschäftliche Buchhaltung kümmern und für das Finanzamt zur Gewinnermittlung jährlich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen. Ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung kann Sie in Ihrer Selbstständigkeit von administrativen Aufgaben stark entlasten.

Zum Einstieg können Sie zunächst ein sehr preiswertes oder kostenloses Geschäftskonto mit Buchhaltungsfunktionen wählen – allerdings bieten diese Konten im Vergleich zu kostenpflichtigen Firmenkonten meist einen geringeren Leistungsumfang. Sie haben jedoch die Möglichkeit, grundlegende Kontofunktionen zu testen und später gegebenenfalls ein Upgrade vorzunehmen.

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Wir empfehlen, dass Sie verschiedene Firmenkonten vergleichen – wichtig ist, dass das Konto Ihre persönlichen Anforderungen möglichst passgenau erfüllt.

Leistungsstarke Angebote für Freiberufler und Einzelunternehmer sind die insgesamt drei Kontomodelle des Berliner FinTechs Kontist, die zu günstigen Konditionen einen exakt auf diese Zielgruppen abgestimmten Leistungsumfang bieten. Der Buchhaltungssupport für das kostenlose Geschäftskonto Kontist Free beschränkt sich auf Funktionen zur Rechnungserstellung und Zahlungsnachverfolgung.

In die zwei kostenpflichtigen Kontomodelle Premium und Buchhaltung sind Buchhaltungs-Software und eine automatische Echtzeit-Steuerberechnung integriert, sodass Sie ganz einfach und zu jedem Zeitpunkt Ihre steuerlichen Verpflichtungen im Blick behalten.

Auch FYRST, eine FinTech-Tochter der Deutschen Bank, Finom und Qonto bieten Freiberuflern leistungsstarke Geschäftskonten mit Buchhaltung an.

Hier kommt es auf die Ausstattung des Kontos an. Einige Anbieter bieten für ihr Geschäftskonto nur eine einzige Buchhaltungs-Software an, andere Unternehmen sehen Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Programmen vor. Bereits vorhandene Software können Sie mit den meisten Konten über API-Schnittstellen verknüpfen – allerdings sind kostenlose oder sehr preiswerte Firmenkonten von dieser Möglichkeit häufig ausgenommen.

Ja. Die Buchhaltungsfunktionen der FinTech Firmenkonten stehen Ihnen auch mobil in der Bank-App des Anbieters zur Verfügung.

Wenn Sie Ihre Buchhaltungs-Software separat erwerben, müssen Sie dafür mit Kosten zwischen 150 und 700 € rechnen. Bei einigen Anbietern wie Kontist oder Holvi wird die Software dagegen standardmäßig und ohne Aufpreis in die Konten integriert. Die Kosten dafür werden durch die monatlichen Kontogebühren abgedeckt.

Zusätzlich können Sie durch ein Geschäftskonto mit Buchhaltung in relevantem Umfang Steuerberatungskosten sparen.

Grundsätzlich unterstützt Sie ein Geschäftskonto mit Buchhaltung auch effektiv bei der Erledigung von Steuerangelegenheiten – beispielsweise werden finanzielle Daten und Belege bereits automatisch für die gesetzlich vorgeschriebene Gewinnermittlung und damit auch für die Steuererklärung aufbereitet. Viele Konten bieten außerdem die Möglichkeit, für den Steuerberater über die integrierte DATEV-Schnittstelle einen externen Lesezugang für das Geschäftskonto einzurichten.

Die Berliner Kontist GmbH bietet für sein Premium-Geschäftskonto einen zusätzlichen Steuerservice an, der gegen eine monatliche Pauschale alle wesentlichen Steuersachen von Freiberuflern und Einzelunternehmern abdeckt. Für Rückfragen und Beratungen am Telefon stehen zusätzlich professionelle Steuerberater zur Verfügung. In die Kontomodelle Kontist Premium und Kontist Buchhaltung für Einkommens- und Umsatzsteuer eine automatische Echtzeitsteuerberechnung integriert. Für das kostenlose Geschäftskonto Kontist Free ist dagegen keine Steuerunterstützung vorgesehen.

Die DATEV eG ist ein IT-Dienstleister mit Sitz in Nürnberg, der Software und Cloudlösungen für die digitale Kooperation zwischen Unternehmen und Steuerberatern produziert. In Deutschland ist DATEV der drittgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware.

Eine DATEV-Schnittstelle ermöglicht die direkte Datenübertragung aus der Buchhaltungssoftware zum Steuerberater. Ebenso ermöglicht ein Geschäftskonto mit DATEV, alle Kontotransaktionen (jeweils Name und IBAN des Zahlungsempfängers, Zahlungsbetrag und Verwendungszweck) in Echtzeit mit den Informationen im DATEV-Portal des Steuerberaters zu synchronisieren.

Wenn der Datenaustausch über eine direkte DATEV-Schnittstelle erfolgt, entfällt hierdurch die manuelle Aufbereitung von Daten durch den Steuerberater. Hierdurch können Sie in relevantem Umfang Kosten sparen. Allerdings sind viele Geschäftskonten von FinTechs und Neobanken lediglich mit einer indirekten DATEV-Schnittstelle ausgestattet, sodass dieser Vorteil eines Firmenkontos mit DATEV-Anbindung nicht oder nicht in vollem Umfang zum Tragen kommt.

Ein Geschäftskonto mit DATEV-Schnittstelle ist insbesondere für Unternehmer mit hohem Buchungsaufkommen, vielen unterschiedlichen Zahlungspartnern und der externen Erledigung von Buchhaltungsaufgaben durch den Steuerberater wichtig. Auch Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG sollten ein Geschäftskonto mit DATEV-Anbindung wählen, da hierdurch der Aufwand für die Erledigung von Steuerangelegenheiten deutlich sinkt.

Weniger wichtig ist ein Geschäftskonto mit DATEV für Freiberufler und Einzelunternehmer mit begrenzter Buchungsanzahl, die als Umsatz- und Gewinnnachweis gegenüber dem Finanzamt lediglich eine EÜR erstellen.

Ein Geschäftskonto mit integrierter Buchhaltung eröffnen Sie ebenso wie jedes andere Business-Konto. Bei Direktbanken und FinTechs nehmen Sie die Kontoeröffnung mit wenigen Klicks online vor. Im Antragsformular auf der Webseite des Anbieters geben Sie Ihre persönlichen Daten und Ihre E-Mail-Adresse an, anschließend laden Sie Kopien Ihrer Ausweisdokumente (Personalausweis oder Reisepass) sowie die erforderlichen Unterlagen zu Ihrer Freiberuflichkeit, Selbstständigkeit oder Ihrem Unternehmen hoch.

Nach der Legitimation per Video-Ident schickt die Bank die IBAN Ihres Kontos an Ihre E-Mail-Adresse oder übermittelt sie über die Messaging-Funktion der Banking-App. Oft können Sie Ihr Business-Konto im Anschluss daran direkt nutzen. Geldkarten und PINs werden anschließend auf dem Postweg zugestellt. Bei vielen Geschäftskonten können Sie jedoch Ihre Wunsch-PIN inzwischen direkt in der Banking-Software wählen.

Generell sind Geschäftskonten, die in Deutschland oder der EU eröffnet werden können, mit aktuellen technischen Sicherheitsstandards ausgestattet. Hierzu gehören 3D-Secure, Zwei-Faktor-Authentifizierung und moderne TAN-Verfahren.

Über die Autorin
Charlotte Ruzanski
Charlotte Ruzanski hat nach ihrem Bachelor-Studium der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft / Skandinavistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau im Sommersemester 2013 ihren Master der allgemeinen Sprachwissenschaft abgeschlossen. Seit Oktober 2013 ist sie Teil der Redaktion der qmedia GmbH.