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Handy als Kartenlesegerät: Was Tap to Pay kann und kostet

Mit Tap to Pay nehmen Sie Kartenzahlungen direkt mit dem eigenen Smartphone an – ohne Kartenterminal und ohne Zusatzgerät. Dazu, welche iPhones und Android-Handys das können, welche Anbieter Tap to Pay in Deutschland anbieten, was eine Zahlung kostet, wie die girocard aufs Handy kommt, was bei PIN und Beleg gilt und in welchen Fällen ein eigenes Terminal trotzdem die bessere Wahl ist.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Geprüft von
Erkan Boga
Bearbeitet von
Sabine Zimmermann
Kurz gesagt
  • iPhone: Apple setzt ein iPhone Xs oder neuer voraus, dazu die neueste iOS-Version und eine Zahlungs-App, die Tap to Pay unterstützt. Für Deutschland listet Apple dreizehn Zahlungsdienstleister, darunter SumUp, myPOS, PAYONE und die Sparkassen-Finanzgruppe (Stand: 30.09.2026).
  • Android: NFC ist Pflicht, die Mindestversion legt jede App selbst fest – bei den geprüften Apps reicht sie von Android 8.1 bis Android 12.
  • Kosten: Kein Gerätepreis und kein Aufschlag gegenüber dem Terminal. Es bleiben die Gebühr je Zahlung und, je nach Anbieter, eine Grundgebühr oder ein Geschäftskonto.
  • girocard: Ausdrücklich für das Handy nennt sie von den geprüften Apps nur S-POS der Sparkassen, auf dem iPhone wie unter Android; myPOS kündigt sie für seine App an (Stand: 30.09.2026).
  • Ein eigenes Terminal lohnt sich, sobald viele Zahlungen am Tag zusammenkommen, Papierbelege zum Ablauf gehören oder mehrere Beschäftigte kassieren.

Gedacht ist Tap to Pay für alle, bei denen sich ein Terminal bisher nicht gerechnet hat oder im Weg war: beim Hausbesuch und auf der Baustelle, am Marktstand, bei der Lieferung, in der Beratung mitten im Laden oder als zweite Kasse, wenn es voll wird. Technisch ist es dasselbe Verfahren, mit dem Ihre Kundschaft an jeder Kasse kontaktlos zahlt, nur von der anderen Seite aus. Abgewickelt wird jede Zahlung von einem Zahlungsdienstleister, der laut Apple auch für die nötigen Zertifizierungen verantwortlich ist; Apple selbst speichert nach eigenen Angaben weder Kartennummern noch PINs auf seinen Servern.

Was Tap to Pay ist – und was nicht

Tap to Pay steht für die Annahme einer Kartenzahlung mit dem Smartphone des Händlers. Das Telefon liest über seine NFC-Schnittstelle die kontaktlose Karte, das Handy oder die Smartwatch der Kundschaft und gibt die Daten an den Zahlungsdienstleister weiter, der sie prüft und abrechnet. In der Branche heißt das Verfahren auch SoftPOS: ein Bezahlterminal, das nur aus Software besteht.

Mit Apple Pay oder Google Pay hat das nur am Rand zu tun. Das sind digitale Geldbörsen, mit denen Ihre Kundschaft bezahlt; SumUp nennt Tap to Pay und Apple Pay in seinen Antworten zum Thema deshalb „zwei verschiedene Dinge“. An der Kasse treffen sich beide: Ein iPhone mit Tap to Pay nimmt laut Apple Zahlungen aus Apple Pay und anderen Wallets an, ausdrücklich auch von Android-Handys.

Tap to Pay ist auch nicht dasselbe wie ein kleiner Kartenleser, den Sie per Bluetooth mit dem Handy koppeln – dort liest das Zusatzgerät die Karte, das Telefon zeigt nur Betrag und Bestätigung.

Für die Kundschaft läuft die Zahlung ab wie an jedem kontaktlosen Terminal. Beim iPhone hält sie die Karte waagerecht an den oberen Rand über das Symbol für kontaktloses Bezahlen, beim Android-Handy an die Rückseite, wo bei den meisten Geräten die NFC-Antenne sitzt. Ein Häkchen oder ein Signalton bestätigt, dass die Karte gelesen ist.

Welche Handys Tap to Pay können: iPhone und Android

Für das iPhone zieht Apple die Grenze selbst: Tap to Pay „erfordert ein iPhone Xs oder neuer“, dazu eine Zahlungs-App, die die Funktion unterstützt, und die neueste iOS-Version. Einzelne Apps legen eine eigene Untergrenze fest: Payone und Qonto nennen iOS 16.4, die Sparkassen-App S-POS verlangt derzeit iOS 18.6 oder neuer. iPads fallen heraus, weil ihnen die NFC-Schnittstelle fehlt – darauf weisen die Sparkassen in ihren Antworten zu S-POS hin.

Unter Android bestimmt jede App ihre Voraussetzungen selbst. NFC braucht jedes Gerät, bei der Systemversion gehen die Angaben auseinander: SumUp, myPOS und Payone verlangen Android 11, die Sparkassen-App S-POS Android 12 auf einem Gerät, das noch Sicherheitsupdates erhält und nicht gerootet ist, PayPal POS Android 8.1 mit den Google-Play-Diensten. SumUp und S-POS lassen auch Tablets zu, sofern sie NFC haben; Payone prüft beim Installieren der App selbst, ob das Gerät passt.

Tap to Pay: Voraussetzungen je App (Stand: 30.09.2026)
App iPhone Android
SumUp neueste iOS-Version; ein Mindestmodell nennt SumUp nicht NFC, ab Android 11, auch Tablets
myPOS Glass iPhone XS oder neuer mit neuester iOS-Version ab Android 11
Payone Tap on Mobile ab iOS 16.4 ab Android 11, NFC, Google-Dienste (GMS)
Qonto iPhone XS oder neuer, ab iOS 16.4 angeboten, Mindestversion nicht genannt
S-POS (Sparkassen) ab iOS 18.6; iPad nicht möglich ab Android 12, NFC, 64-Bit-Prozessor, Google-Dienste, nicht gerootet, mit Sicherheitsupdates
PayPal POS iPhone XS oder neuer mit neuester iOS-Version, laut Hilfeseite¹ ab Android 8.1, NFC, Google-Play-Dienste
Apple selbst nennt für Tap to Pay auf dem iPhone ein iPhone Xs oder neuer, eine unterstützte Zahlungs-App und die neueste iOS-Version. ¹ PayPal steht nicht in Apples Liste der Zahlungsdienstleister für Deutschland; die deutsche Preisseite von PayPal POS nennt Tap to Pay für Android-Smartphones. Quelle: Produkt- und Hilfeseiten der Anbieter und von Apple, abgerufen am 30.09.2026.

Welche Anbieter Tap to Pay in Deutschland anbieten

Für das iPhone führt Apple je Land eine Liste der Zahlungsdienstleister, die Tap to Pay unterstützen. Für Deutschland stehen dort am 30.09.2026 dreizehn Namen: Adyen, Commerz Globalpay, Hobex, Mollie, myPOS, Nexi, PAYONE, Rapyd, Revolut, Sparkassen-Finanzgruppe, Stripe, SumUp und Viva.com.

Die Liste nennt Dienstleister, keine Apps. Wer eine Kassen-, Buchungs- oder Konto-App baut, bindet einen dieser Dienstleister an; Apple spricht von „Hunderten von Zahlungsapps“ mit Tap to Pay. So kann Qonto die Funktion in seiner Konto-App anbieten, ohne selbst auf der Liste zu stehen. Für Android gibt Apples Liste ohnehin keine Auskunft – dort zählt allein, ob die App des Anbieters Tap to Pay mitbringt.

Mit veröffentlichten Preisen und auf Wunsch ohne Grundgebühr starten Sie zum Beispiel bei diesen vier Anbietern (Stand: 30.09.2026):

  • SumUp – Tap to Pay auf iPhone und Android in der SumUp Business App, ohne Einrichtungskosten und im Standardtarif ohne Grundgebühr. Die Umsätze stehen am nächsten Morgen um 7 Uhr auf dem SumUp-Geschäftskonto, auch am Wochenende; wer auf ein anderes Bankkonto auszahlen lässt, wartet ein bis drei Werktage.
  • myPOS – die App heißt myPOS Glass und läuft auf iPhone und Android. Sie ist in allen drei Tarifen enthalten, ohne Aufschlag für Tap to Pay; jede Zahlung geht sofort auf das myPOS-Geschäftskonto, das zum Paket gehört.
  • Payone – die App heißt Tap on Mobile und läuft auf Android-Handys und auf dem iPhone. Payone verlangt keine Grundgebühr und keine Vertragslaufzeit; nötig ist ein Akzeptanzvertrag, über den sich bis zu fünf Smartphones verbinden lassen, und die App lässt sich an bestehende Kassensysteme anbinden. Ausgezahlt wird wöchentlich, jeweils montags, auf Ihr Bankkonto.
  • Qonto – Tap to Pay steckt in der App des Geschäftskontos, auf dem iPhone und unter Android. Die Umsätze liegen am nächsten Werktag abgeglichen auf dem Qonto-Konto; auf dem iPhone nimmt die App laut Qonto auch ohne Internetverbindung Zahlungen an und überträgt sie, sobald das Netz wieder da ist.

Tap to Pay bieten außerdem PayPal POS und die Sparkassen an. PayPal POS nennt die Funktion auf seiner deutschen Preisseite für Android-Smartphones, die Hilfeseite beschreibt zusätzlich das iPhone; das Geld landet nach wenigen Minuten auf dem PayPal-Geschäftskonto. Die Sparkassen haben mit S-POS eine eigene App für iPhone und Android, die auch die girocard annimmt.

Wie sich SumUp und myPOS bei Tarifen, Geräten und Auszahlung im Einzelnen unterscheiden, steht in unserem Vergleich myPOS oder SumUp.

Vier dieser Anbieter führt unser Kartenterminal-Vergleich mit Tarifen und Geräten; die Übersicht rechnet für den Kartenumsatz, den Sie oben einstellen, die Monatskosten aus.

Für diese Karten verlangen viele Anbieter höhere Gebühren.

Bei 5.000 € Kartenumsatz zahlen Sie je nach Anbieter zwischen 60 € und 71,50 € pro Monat.

4 Anbieter · sortiert nach Kosten pro Monat

Qonto Kartenlese­gerät
Platz 1 bei Ihrem Umsatz
Kosten pro Monat bei 5.000 € Kartenumsatzgünstigster Tarif: Standard inkl. Qonto Basic 11 €/Monat 60 €
69 €99 €
Gerät ab · Pocket, einmalig
0,8 %
Transaktionsgebühr · Premium- und Auslandskarten 2,6 %
Konto erforderlichgirocardTap to Pay ohne Gerät
Tarife
Standard keine Grundgebühr · Inlandskarten 0,8 % · Premium- und Auslandskarten 2,6 % · girocard 0,8 % · keine Vertragsbindung
Geräte (Preise netto, einmalig)
Pocket 69 €99 € · benötigt ein Smartphone · Bluetooth + WLAN
Pro 139 €199 € · mit Drucker
Auszahlung & Konto
KontoKonto beim Anbieter erforderlich – Qonto Basic, 11 € pro Monat
SumUp
Platz 2 bei Ihrem Umsatz
Kosten pro Monat bei 5.000 € Kartenumsatzgünstigster Tarif: Zahlungen Plus (19 € Grundgebühr) 61,50 €
34 €
Gerät ab · Solo Lite, einmalig
0,79 %
Transaktionsgebühr · Premium- und Auslandskarten 1,39 %
nächster Tag bis 7 Uhr
Auszahlung
Konto inklusiveTap to Pay ohne Gerät
Tarife
Standard keine Grundgebühr · Inlandskarten 1,39 % · keine Vertragsbindung
Zahlungen Plus 19 € pro Monat · Inlandskarten 0,79 % · Premium- und Auslandskarten 1,39 % · keine Vertragsbindung
Geräte (Preise netto, einmalig)
Solo Lite 34 € · benötigt ein Smartphone · Bluetooth
koppelt per Bluetooth mit dem Smartphone
Solo 79 € · WLAN + SIM
eigenständiges Gerät
Terminal 169 € · mit Drucker · WLAN + SIM
Auszahlung & Konto
Auszahlung aufs Anbieterkontonächster Tag bis 7 Uhr
Auszahlung auf ein Fremdkonto1–3 Werktage
KontoKonto inklusive, optional
PAYONE
Platz 3 bei Ihrem Umsatz
Kosten pro Monat bei 5.000 € Kartenumsatzgünstigster Tarif: All Time Flex (Mischsatz) 63,95 €
19 €
Gerät ab · Kartenlesegerät (All Time Flex), einmalig
1,21 %
Transaktionsgebühr · Premium- und Auslandskarten 1,9 %
girocardTap to Pay ohne Gerät
Tarife
All Time Flex (Mischsatz) keine Grundgebühr · Inlandskarten 1,21 % · Premium- und Auslandskarten 1,9 % · girocard 0,89 % · 24 Monate Mindestlaufzeit
HinweisMischsatz: PAYONE berechnet für girocard und Debitkarten 0,89 %, für jede Kreditkarte 1,9 % – auch für inländische. Den Satz für Inlandskarten rechnen wir mit PAYONEs eigener Annahme aus dem Tarifrechner (62 % girocard, 6 % Debitkarten, 32 % Kreditkarten) als 1,21 %; mit mehr girocard-Zahlungen wird es günstiger, mit mehr Kreditkarten teurer. Tap on Mobile (Smartphone statt Gerät): 0,89 % bzw. 1,9 %, mindestens 0,15 € je Zahlung, keine girocard. Pauschaltarif All Card Flat und PAYONE Classic sind nicht eingerechnet. PAYONE nennt auf den Tarifseiten weder netto noch brutto. Stand: 30.09.2026.
Geräte (Preise netto, einmalig)
Kartenlesegerät (All Time Flex) 19 € · mit Drucker · WLAN + SIM
einmalig ab 19 € für 24 Monate Miete, kein Kauf · stationär per LAN oder tragbar mit WLAN und SIM · generalüberholtes Gerät · PAYONE macht keine Netto-/Brutto-Angabe
Auszahlung & Konto
Auszahlung auf ein FremdkontoTerminal-Tarife: keine Angabe des Anbieters · Tap on Mobile: wöchentlich montags
Kontokein Konto beim Anbieter nötig
myPOS
Platz 4 bei Ihrem Umsatz
Kosten pro Monat bei 5.000 € Kartenumsatzgünstigster Tarif: One 71,50 €
55 €69 €
Gerät ab · myPOS Flex, einmalig
1,29 %
Transaktionsgebühr · Premium- und Auslandskarten 2,69 %
sofort
Auszahlung
Konto erforderlichgirocard
Tarife
One keine Grundgebühr · Inlandskarten 1,29 % · Premium- und Auslandskarten 2,69 %
Plus 19 € pro Monat · Inlandskarten 0,89 % · Premium- und Auslandskarten 2,49 %
Pro 39 € pro Monat · Inlandskarten 0,79 % · Premium- und Auslandskarten 2,49 %
Geräte (Preise netto, einmalig)
myPOS Flex 55 €69 € · WLAN + SIM
Aktionspreis
myPOS Ultra GC 179 € · mit Drucker · Bluetooth + WLAN + SIM
Auszahlung & Konto
Auszahlung aufs Anbieterkontosofort
Auszahlung auf ein Fremdkontoper Überweisung
KontoKonto beim Anbieter erforderlich

Kosten pro Monat = Monatsgebühr des Tarifs + Kartenumsatz × Transaktionsgebühr; für Premium-, Firmen- und Auslandskarten gilt der höhere Satz des Anbieters. Je Anbieter zeigen wir den Tarif, der bei Ihrem Umsatz am günstigsten ist. Setzt ein Anbieter sein eigenes Geschäftskonto voraus, ist die Gebühr des günstigsten dafür nötigen Kontotarifs eingerechnet – abschaltbar, falls Sie das Konto schon haben. Verlangt ein Tarif einen Mindestumsatz, ist die Mindestumsatzgebühr eingerechnet, solange Ihr Umsatz darunter liegt. Der Gerätepreis fällt einmalig an und ist nicht eingerechnet. Alle Preise netto zzgl. MwSt.

Die Liste ist nach Kosten sortiert. Bezahlte Platzierungen stehen ausschließlich im gekennzeichneten Anzeigen-Block und verändern die Reihenfolge nicht.

Werbehinweis: Anbieter-Links in dieser Übersicht sind Werbelinks (Affiliate-Links) — für Abschlüsse darüber erhalten wir eine Provision vom Anbieter.

Welche Geschäftskonten ein eigenes Terminal mitbringen und wie schnell die Umsätze dort ankommen, zeigt der Vergleich Geschäftskonto mit Kartenlesegerät.

Was Tap to Pay kostet

Ein Gerät müssen Sie für Tap to Pay nicht kaufen, und eine Zahlung per Handy kostet nicht mehr als am Terminal desselben Anbieters: SumUp führt auf seiner Tap-to-Pay-Seite dieselben Tarife wie für die Terminals, myPOS schließt einen Aufschlag ausdrücklich aus, Payone nennt für Tap on Mobile dieselben Sätze wie für seinen Terminaltarif ohne Grundgebühr, Qonto führt Tap to Pay und Terminal in derselben Gebührenzeile, und PayPal POS berechnet laut Hilfeseite die reguläre Gebühr für Zahlungen mit vorgelegter Karte. Was bleibt, sind die Gebühr je Zahlung und – je nach Anbieter – eine Grundgebühr oder das Geschäftskonto, an dem die Zahlungen hängen.

Tap to Pay: Grundgebühr und Gebühr je Zahlung (Stand: 30.09.2026)
Anbieter Grundgebühr Verbraucherkarten aus dem EWR Übrige Karten¹ Konto
SumUp 0 € (Standard); 19 € im Monat oder 199 € im Jahr (Zahlungen Plus) 1,39 %; mit Zahlungen Plus 0,79 % 1,39 % Geschäftskonto kostenlos und freiwillig, Auszahlung auch auf ein anderes Konto
myPOS 0 € (One), 19 € (Plus), 39 € (Pro) im Monat 1,29 % / 0,89 % / 0,79 % 2,69 % / 2,49 % / 2,49 % Geschäftskonto inklusive
Payone (Tap on Mobile) 0 €, keine Vertragslaufzeit, bis zu fünf Smartphones je Vertrag 0,89 % (Maestro, V PAY) oder 1,90 % (Visa, Mastercard), mindestens 0,15 € je Zahlung keine gesonderte Angabe Auszahlung wöchentlich montags aufs eigene Bankkonto
Qonto Kontoplan Starter 0 €, Basic 9 € im Monat netto bei jährlicher Zahlung 1,2 % (Starter), 0,8 % (ab Basic), jeweils EU-Karten 2,6 % Qonto-Geschäftskonto erforderlich
S-POS (Sparkassen) 0 €; Einrichtung 39 €, für Neuabschlüsse bis 31.12.2026 1 € 0,10 € je Zahlung plus 0,79 % (girocard), 0,89 % (Maestro, V PAY) oder 1,90 % (Visa, Mastercard) abweichend, laut Preisverzeichnis kein Sparkassenkonto nötig
PayPal POS 0 € 1,39 % 1,39 % PayPal-Geschäftskonto
¹ Firmen- und Premiumkarten sowie Karten von außerhalb des EWR; Qonto spricht von „Nicht-EU- und Geschäftskarten“, Payone unterscheidet nur nach Kartenart. Qonto nennt die Planpreise netto und als Monatsbetrag bei jährlicher Zahlung; SumUp, myPOS, Payone und die Sparkassen geben bei Grundgebühr und Einrichtung keinen Steuerhinweis, die Sätze je Zahlung stehen bei allen ohne Steuerangabe. Quelle: Preis- und Produktseiten von SumUp, myPOS, Payone, Qonto, der Sparkassen-Finanzgruppe und PayPal, abgerufen am 30.09.2026.

Was Kartenzahlung bei Ihrem Umsatz im Monat kostet, mit Handy oder mit Terminal, rechnet unser Kartenterminal-Vergleich aus. Wie stark ein fester Betrag je Zahlung bei kleinen Rechnungen ins Gewicht fällt und ab wann sich ein Tarif mit Grundgebühr lohnt, zeigt die Seite Kartenzahlung Gebühren an Beispielen.

girocard mit dem Handy annehmen

Für den deutschen Markt ist das die wichtigste Frage: Rund 100 Millionen girocards sind ausgegeben, so EURO Kartensysteme, das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft für die girocard. Auf dem iPhone lässt sie sich seit September 2024 annehmen. Den Anfang machte die Sparkassen-Finanzgruppe, die als erste Institutsgruppe die girocard in Tap to Pay auf dem iPhone einband, mit ihrer Händler-App S-POS; die PIN-Eingabe auf dem iPhone gehört dazu, samt Hilfen für eine barrierefreie Eingabe.

Heute bieten die Sparkassen S-POS für iPhone und für Android an. Beide Fassungen nehmen nach ihren Angaben die girocard, Debit- und Kreditkarten sowie Wallets an, unter Android zusätzlich Zahlungen per QR-Code; ein Konto bei einer Sparkasse ist dafür nicht nötig. Die Auszahlung stoßen Sie mit dem Kassenschnitt in der App an, so beschreiben es die Sparkassen für Android; girocard-Zahlungen kommen danach in der Regel in ein bis zwei Werktagen. Für jedes Handy, das kassieren soll, schließen Sie einen eigenen Vertrag.

SumUp, Payone, Qonto und PayPal POS setzen per Handy auf die internationalen Kartensysteme: SumUp nennt für Tap to Pay Visa, Mastercard, American Express, Discover und Maestro, Payone Visa und Mastercard samt Visa Debit und Debit Mastercard sowie Maestro und V PAY, Qonto Visa und Mastercard, PayPal POS Visa, Mastercard, Maestro und American Express – jeweils dazu die gängigen Wallets. Die girocard nennen die vier für Tap to Pay nicht; bei Qonto nimmt sie das Terminal an. myPOS kündigt die girocard für seine App Glass „in Kürze“ an.

Viele girocards tragen zusätzlich das Logo eines internationalen Systems, etwa Debit Mastercard, Visa Debit oder V PAY, wie EURO Kartensysteme erläutert; genau diese Debitkarten führt Payone für Tap on Mobile ausdrücklich auf. Ob eine girocard über ihr zweites Logo angenommen wird und welche Karten Ihre App im Einzelfall liest, lassen Sie sich am besten vom Anbieter bestätigen – dazu rät auch Apple. Zahlt Ihre Kundschaft überwiegend mit der girocard, führt der Weg zu einer App, die sie ausdrücklich unterstützt, oder zu einem Terminal, das sie annimmt.

PIN, Betragsgrenzen und Beleg

SumUp setzt nach eigener Angabe keine Obergrenze für den Betrag. Liegt eine Zahlung über der Grenze für kontaktlose Zahlungen ohne PIN, tippt die Kundschaft ihre PIN direkt auf Ihrem Handy ein; SumUp nennt dafür „meist ab 50 €“, die Sparkassen für S-POS „ab ca. 50 Euro“ (Stand: 30.09.2026). Auch Payone sieht die PIN-Eingabe in der App vor, sobald der Betrag über dem Kontaktlos-Limit der Karte liegt. Nach PayPal kann die PIN außerdem verlangt werden, wenn der Kartenherausgeber stichprobenartig prüft. Apple weist allgemein darauf hin, dass Limits für Transaktionen gelten können.

Während der Zahlung sperrt das iPhone laut Apple Kamera- und Bildschirmaufnahmen. Für Menschen, die Hilfe bei der PIN-Eingabe brauchen, gibt es Bedienungshilfen: Die PIN lässt sich auf den Bildschirm zeichnen oder Ziffer für Ziffer durch Antippen eingeben. Karten, die nur mit Stecken funktionieren, liest das Handy nicht – PayPal verweist dafür auf seinen Kartenleser, sonst bleibt der Griff zu einer anderen Karte oder zum Wallet.

Einen Papierbeleg druckt das Handy nicht. Die Apps schicken ihn digital: SumUp per QR-Code, SMS oder E-Mail, Payone per E-Mail, S-POS per QR-Code oder E-Mail, PayPal POS per E-Mail oder SMS; PayPal druckt auf Wunsch über einen gekoppelten Belegdrucker.

Ob aus der App eine Kasse im steuerlichen Sinn wird, hängt daran, ob sie nur Zahlungen annimmt oder auch Artikel, Preise und Bons erfasst. Im zweiten Fall gelten die Pflichten für elektronische Aufzeichnungssysteme nach § 146a AO, darunter die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung und der Beleg für die Kundschaft. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt Kasse, TSE und Buchhaltung unseres Vergleichs, das geplante Kassengesetz auf der Seite Kartenzahlung Pflicht.

Wann das Handy reicht – und wann ein Gerät nötig wird

Für den Einstieg genügt oft das Handy. An seine Grenzen kommt es, wenn der Betrieb wächst oder die Kundschaft etwas erwartet, das nur ein Terminal leistet. Diese fünf Fragen helfen bei der Entscheidung:

Handy oder eigenes Gerät: fünf Entscheidungsfragen
Frage Das Handy reicht, wenn … Ein Gerät lohnt sich, wenn …
Wie oft kassieren Sie? einzelne Termine, Aufträge oder Stoßzeiten als zweite Kasse am Tresen durchgehend kassiert wird und das Handy nebenher für Anrufe und Termine gebraucht wird
Womit zahlt Ihre Kundschaft? mit Karten von Visa oder Mastercard und mit Wallets – oder mit girocard über eine App, die sie annimmt überwiegend mit girocard ohne passende App oder mit Karten, die gesteckt werden müssen
Wer kassiert? Sie selbst oder wenige Beschäftigte mit Diensthandys – bei Payone laufen bis zu fünf Smartphones über einen Vertrag mehrere Beschäftigte, die nicht mit dem eigenen Handy kassieren sollen
Wie kommt der Beleg zur Kundschaft? ein digitaler Beleg per QR-Code, SMS oder E-Mail genügt ein Bon aus Papier zum Ablauf gehört, etwa im Café oder im Einzelhandel
Wie erfassen Sie den Umsatz? nur Zahlungen – oder die App ist an Ihr Kassensystem angebunden, wie es Payone und S-POS unter Android anbieten Ihr Kassensystem nur mit einem Terminal zusammenarbeitet
Einordnung der Redaktion auf Grundlage der Anbieterangaben zu Zahlungsarten, Belegversand, Kassenanbindung und Verträgen, Stand: 30.09.2026.
Handy und Terminal kombinieren

Beides schließt sich nicht aus. SumUp beschreibt Tap to Pay als Hauptlösung oder als Zweitgerät für Stoßzeiten, Qonto empfiehlt es als Überbrückung, bis das bestellte Terminal eintrifft.

Welche Geräte zu Gastronomie, Taxi oder Verein passen und was außer dem Gerät zum Start gehört, steht im Ratgeber Kartenzahlung anbieten.

Tap to Pay einrichten: Schritt für Schritt

Die Einrichtung selbst dauert nach Angaben von SumUp nur wenige Minuten; vorher prüft der Anbieter Ihr Unternehmen und Ihre Identität.

  1. Handy prüfen. Beim iPhone ein Xs oder neueres Modell mit der neuesten iOS-Version, unter Android NFC und die Mindestversion der App, die Sie nutzen wollen. Schalten Sie NFC in den Einstellungen ein und spielen Sie ausstehende Updates auf.
  2. Anbieter wählen und registrieren. Sie legen ein Profil für Ihr Unternehmen an, weisen Ihre Identität nach und hinterlegen das Konto, auf das ausgezahlt werden soll. Bei myPOS und Qonto ist das Konto des Anbieters gesetzt, bei Payone steht am Anfang der Akzeptanzvertrag.
  3. App laden und Tap to Pay einschalten. Bei SumUp geht das über das Einstellungssymbol oben rechts und den Punkt „Tap to Pay auf dem iPhone“ bzw. „Tap to Pay für Android“; Payone prüft schon beim Installieren, ob das Handy passt. Auf dem iPhone stimmen Sie beim ersten Mal den Nutzungsbedingungen von Apple zu.
  4. Beleg und Trinkgeld festlegen. Entscheiden Sie, auf welchem Weg der Beleg zur Kundschaft kommt und ob die App nach einem Trinkgeld fragt; SumUp und S-POS bieten beides an.
  5. Kassieren. Betrag eingeben, Tap to Pay als Zahlungsart wählen, das Handy der Kundschaft hinhalten und auf die Bestätigung warten.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Apple nennt als Voraussetzung ein iPhone Xs oder neuer mit der neuesten iOS-Version und eine Zahlungs-App, die Tap to Pay unterstützt. Einzelne Apps setzen eine eigene Untergrenze: Payone und Qonto nennen iOS 16.4, die Sparkassen-App S-POS verlangt derzeit iOS 18.6 oder neuer. iPads eignen sich nicht, weil ihnen die NFC-Schnittstelle fehlt, auf die das Verfahren angewiesen ist (Stand: 30.09.2026).

Nein. Das Handy braucht NFC und eine ausreichend aktuelle Android-Version, die jede App selbst festlegt: SumUp, myPOS und Payone nennen Android 11, die Sparkassen-App S-POS Android 12 auf einem Gerät, das noch Sicherheitsupdates erhält und nicht gerootet ist, PayPal POS Android 8.1 mit den Google-Play-Diensten. Tablets mit NFC lassen SumUp und S-POS ebenfalls zu (Stand: 30.09.2026).

Nein. Apple Pay und Google Pay sind digitale Geldbörsen, mit denen Ihre Kundschaft bezahlt. Tap to Pay ist die Gegenseite: Ihr Smartphone nimmt die Zahlung an. Ein iPhone mit Tap to Pay akzeptiert neben kontaktlosen Karten auch Zahlungen aus Apple Pay und anderen Wallets, laut Apple ausdrücklich auch von Android-Geräten.

Ein Gerät müssen Sie nicht kaufen, und bei den geprüften Anbietern kostet eine Zahlung per Handy nicht mehr als am Terminal desselben Anbieters. Es fällt die übliche Gebühr je Zahlung an, bei manchen Tarifen zusätzlich eine Grundgebühr, und je nach Anbieter gehört ein Geschäftskonto dazu; ein Anbieter berechnet außerdem einen Mindestbetrag je Zahlung. Wie hoch der Satz ist, hängt von Anbieter, Tarif und Kartenart ab; Kreditkarten sowie Firmen-, Premium- und Auslandskarten kosten bei den meisten Anbietern mehr als Debit- und Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum.

Von den geprüften Apps nennt nur S-POS der Sparkassen die girocard ausdrücklich für Tap to Pay, auf dem iPhone wie unter Android; ein Konto bei einer Sparkasse ist dafür nicht nötig. myPOS kündigt die girocard für seine App Glass an. SumUp, Payone, Qonto und PayPal POS nehmen per Handy Visa, Mastercard und weitere internationale Karten sowie Wallets an; bei Qonto läuft die girocard über das Terminal (Stand: 30.09.2026).

SumUp nennt keine Obergrenze. Liegt der Betrag über der Grenze für kontaktlose Zahlungen ohne PIN, gibt die Kundschaft ihre PIN direkt auf Ihrem Smartphone ein; SumUp nennt dafür meist 50 Euro, die Sparkassen für S-POS rund 50 Euro, und auch Payone sieht die PIN-Eingabe in der App vor. PayPal weist darauf hin, dass der Kartenherausgeber die PIN auch stichprobenartig verlangen kann. Apple schreibt allgemein, dass Limits für Transaktionen gelten können (Stand: 30.09.2026).

Ja, digital. SumUp schickt den Beleg per QR-Code, SMS oder E-Mail, Payone per E-Mail, S-POS der Sparkassen per QR-Code oder E-Mail. Papier gibt es nur mit einem Drucker, den die App unterstützt; PayPal POS druckt etwa über einen gekoppelten Belegdrucker. Nutzen Sie die App auch als Kasse mit Artikeln und Bons, gelten die Regeln für elektronische Aufzeichnungssysteme nach § 146a der Abgabenordnung, einschließlich der Pflicht, einen Beleg auszustellen.

Das hängt vom Anbieter ab. Bei myPOS und Qonto laufen die Zahlungen über das Geschäftskonto des Anbieters. SumUp bietet ein kostenloses Konto an, zahlt auf Wunsch aber auch auf ein anderes Bankkonto aus, dann in ein bis drei Werktagen. Payone zahlt wöchentlich, jeweils montags, auf Ihr Bankkonto aus; S-POS der Sparkassen funktioniert ohne Sparkassenkonto, PayPal POS setzt ein PayPal-Geschäftskonto voraus (Stand: 30.09.2026).

Quellen und Anbieterangaben (Stand: 30.09.2026)

Apple (abgerufen am 30.09.2026): Tap to Pay auf dem iPhone (Voraussetzungen, Zahlungsarten, Sicherheit) · Länder und Zahlungsdienstleister (Liste für Deutschland) · Tap to Pay on iPhone (Überblick für Entwickler, Rolle der Zahlungsdienstleister) · Zahlungen annehmen (PIN-Eingabe, Bedienungshilfen).

girocard (abgerufen am 30.09.2026): EURO Kartensysteme, „Zahlungen noch einfacher akzeptieren – mit der girocard und Tap to Pay auf dem iPhone“ vom 03.09.2024 · Häufig gestellte Fragen von Unternehmen (Akzeptanz, Co-Badges, ausgegebene Karten).

Anbieter (abgerufen am 30.09.2026): SumUp: Preise, dazu die Seiten „Tap to Pay“, „Tap to Pay auf dem iPhone“ und „Zahlungen Plus“ · myPOS: myPOS Glass, Preise und Gebühren · Payone: Tap on Mobile, Tap to Pay auf dem iPhone, All Time Flex · Qonto: Tap to Pay auf dem iPhone, Kartenlesegerät, Preise · Sparkassen-Finanzgruppe: Seiten „S-POS App für iOS“, „S-POS App für Android“ und „Konditionen“ auf sparkasse-pos.de · PayPal POS: Seiten „Kosten“ und „Gebühren für PayPal Point of Sale“ sowie die Hilfeseiten „Tap to Pay“ und „Belege“.

Gesetze (Rechtsstand 30.09.2026): § 146a AO (elektronische Aufzeichnungssysteme, Belegausgabe) · § 1 KassenSichV (was als elektronisches Aufzeichnungssystem gilt).

Über die Autoren
Janine El-Saghir Janine El Saghir ist bei gruendung.de die Spezialistin für die konkreten, praktischen Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie hat das besondere Talent, trockene...
Erkan Boga Als Gründer der qmedia GmbH und Initiator von gruendung.de ist Erkan Boga die treibende Kraft hinter dem Portal. gruendung.de entstand aus seiner eigenen unternehmerischen Erfahrung... Mehr erfahren
Sabine Zimmermann Die Finanzen im Griff – von der Gründung bis zum Wachstum Sabine Zimmermann ist im Finanz-Ressort bei gruendung.de. Als Expertin für Firmenkunden-Banking und Unternehmensfinanzierung weiß... Mehr erfahren