Transparenz

Kostenloses Geschäftskonto für Gründer: was 0 Euro deckt

Kostenlos heißt bei einem Geschäftskonto: kein monatlicher Grundpreis. Für eine Gründung entscheidet sich die Frage aber vorher – darf ich dieses Konto mit meiner Rechtsform überhaupt eröffnen? Die Seite zeigt, wer welches 0-Euro-Konto bekommt, an welchen vier Stellen doch Kosten entstehen – Freiposten, Karte, Bargeld, Inaktivität – und rechnet drei typische Gründungen über das erste Jahr durch.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Geprüft von
Erkan Boga
Bearbeitet von
Sabine Zimmermann
Eigenschaften
Kreditkarte
8 Geschäftskonten
Sortierung nach:
Qonto Starter
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,20 €
*
Kosten / Monat
1 €*
250 € Willkommensbonus für die Eröffnung bis zum 30.11.2026Bedingung: Bis zum 30.11.2026 neues Qonto-Geschäftskonto eröffnen, drei Monate in Folge jeweils mindestens 800 € mit der Qonto-Karte bezahlen.
Keine Jahresgebühr
Inklusive DATEV-Integration
Kostenlose virtuelle Karte
5 kostenlose SEPA-Überweisungen pro Monat
Nur für Freiberufler & Einzelunternehmer
Finom Solo
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,3 %
*
Kosten / Monat
0 €
Geschäftskonto für Freiberufler/Selbstständige
All-in-One: Rechnungsstellung & Buchhaltung
Kein Kontokorrentkredit
Vivid Business Free Start
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0 €
Kosten / Monat
0 €
Geschäftskonto ohne Grundgebühr
Kostenlose SEPA-Überweisungen
Kostenlose Unterkonten je mit DE IBAN
Inklusive virtueller & physischer Karten
0,1 % Cashback auf Kartenzahlungen
Kein Kontokorrentkredit
FYRST Base
Grundgebühr p. M.
ab
0 €
Kosten / Buchung
0,19 €
Kosten / Monat
ab 0 €
Kontoeröffnung in 7 Minuten mit sofortiger IBAN
Für Start-ups geeignet, alle gängigen Rechtsformen
Bargeldlösung und Kreditangebote
Support durch erfahrene Banker via Mail oder Telefon
Kontokorrentkredit nicht direkt verfügbar
Tide Business
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,20 €
Kosten / Monat
1 €
Geschäftskonto für Selbstständige und Unternehmen
Keine Jahresgebühr
Kostenlose Debitkarte
Nicht für jede Rechtsform
Kontist Free
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,25 €
*
Kosten / Monat
1,25 €*
Kostenloses Konto für Selbständige
Virtuelle Visa erleichtert Online-Transaktionen
Optionaler Überziehungsrahmen zwischen 500 € und 5.000 €
Keine ausgehende SWIFT-Überweisungen
Wise Business
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
1 €
Kosten / Monat
10 €
Internationales Geschäftskonto
inkl. Wise Business Debitkarte
internationale Zahlungen ohne Aufschlag
Die Eröffnung kostet einmalig 50 €
ING Business S
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,30 €
Kosten / Monat
3 €
6 Monate ohne Transaktionskosten (für Gründer 12 Monate)Bei Gründern darf das Unternehmensalter bei Kontoeröffnung max. 1 Jahr betragen.
Konto ohne Grundgebühr für Selbstständige / Freiberufler und Unternehmen
Kostenlose VISA Business Debitkarte
Kein Kontokorrentkredit

Werbehinweis: Anbieter-Links in dieser Übersicht sind Werbelinks (Affiliate-Links) — für Abschlüsse darüber erhalten wir eine Provision vom Anbieter.

Das Wichtigste in Kürze
  • Neun Konten im Vergleich kosten keinen Grundpreis. Für eine Gründung ist die erste Frage trotzdem nicht der Preis, sondern: Darf ich dieses Konto mit meiner Rechtsform überhaupt eröffnen?
  • Qonto Starter steht Einzelunternehmern, Freiberuflern und eingetragenen Kaufleuten offen, N26 Business Standard Selbstständigen unter eigenem Namen. Gesellschaften – GmbH, UG, GbR – finden ihren Einstieg ohne Grundpreis bei FYRST, Kontist, Finom und Holvi.
  • FYRST Base führt das Konto für Freiberufler, Selbstständige und Einzelunternehmer ohne Grundpreis; für eingetragene Gesellschaften sind es sechs Monate, danach 6 Euro im Monat.
  • Was den Preis im ersten Jahr macht, sind Freiposten, Karten und Bargeld: 50 freie Buchungen im Monat bei FYRST gegen fünf bei Qonto Starter, Kontist Free und Tide, eine Karte inklusive bei FYRST, N26 und Kontist Free, bei Qonto Starter nur eine virtuelle.
  • Kontist, Holvi und Qonto weisen ihre Preise ausdrücklich netto aus – auf einen Grundpreis mit Sternchen kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Holvi berechnet ab dem 13. Monat 4,50 Euro, wenn auf dem Konto nichts gebucht wird.

„Kostenlos“ heißt bei einem Geschäftskonto: kein monatlicher Grundpreis. Für eine Gründung ist das eine gute Nachricht und eine unvollständige. Die gute: Neun Konten im Vergleich oben starten bei 0 Euro, darunter Konten von Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung. Die unvollständige: Jedes dieser Konten ist an eine Bedingung geknüpft – an die Rechtsform, an eine Zahl freier Buchungen, an eine Karte, die extra kostet, oder an eine Frist. Die Grundpreise und Freiposten kommen aus unserer eigenen Produktdatenbank, die Bedingungen aus den Preisverzeichnissen und Rechtstexten der Anbieter (Stand: 16.09.2026).

Wer darf welches 0-Euro-Konto eröffnen?

Die Rechtsform entscheidet vor dem Preis. Vier der kostenlosen Konten sind auf natürliche Personen zugeschnitten und stehen einer Gesellschaft nicht offen – oder nur zu anderen Konditionen. Wer als GmbH, UG oder GbR gründet, hat trotzdem die Wahl, muss aber genauer hinsehen.

Geschäftskonten ohne monatlichen Grundpreis: wer sie eröffnen darf, wie viele SEPA-Buchungen frei sind und was die Buchung danach kostet (Stand: 16.09.2026)
Konto Grundpreis je Monat Wer es eröffnen darf Freie SEPA-Buchungen Jede weitere Buchung
Qonto Starter 0 € nur e.K./e.Kfm., Einzelunternehmer, Freiberufler 5 0,20 €
FYRST Base 0 € alle Rechtsformen der FYRST-Liste einschließlich Gesellschaft in Gründung – dauerhaft ohne Grundpreis aber nur für natürliche Personen 50 0,19 €
Kontist Free 0 € Freiberufler, Kleinunternehmer, GmbH, UG, GbR, Unternehmen in Gründung 5 0,25 €
N26 Business Standard 0 € nur Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen; der Firmenname geht nicht aufs Konto keine Begrenzung ausgewiesen 0 €
Finom Solo 0 € Freelancer und Unternehmen, ausdrücklich auch „GmbH i.G. und UG i.G.“ keine Angabe des Anbieters keine Angabe des Anbieters
Holvi Flex 0 € Freiberufler, Kleingewerbe, Einzelunternehmen, GbR, GmbH/UG, seit Kurzem auch OHG und KG – nur Geschäftskunden 0 0,25 €
Tide 0 € Selbstständige, Freiberufler, Einzelunternehmer, kleine und mittlere Unternehmen, UG und GmbH; die GbR nennt der Anbieter nicht 5 0,20 €
Grundpreise, Freiposten und Buchungsentgelte aus unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 16.09.2026; Rechtsformangaben aus den Preisverzeichnissen, Rechtstexten und Hilfeseiten der Anbieter, gesichert am 06./07.09.2026 (Qonto Preisverzeichnis vom 03.08.2026, FYRST Preis- und Leistungsverzeichnis vom 04.05.2026 und FAQ, Kontist Preisseite, N26 Geschäftskonto-Seite, Finom Hilfezentrum, Holvi Preisseite, Tide Preisseite und Preis- und Leistungsverzeichnis vom 16.07.2026). Ein Sternchen am Preis heißt: zuzüglich Umsatzsteuer.

Drei weitere Konten aus dem Vergleich oben kosten ebenfalls keinen Grundpreis: Vivid Business Free Start, Wise Business und ING Business S. Bei Wise kommt eine einmalige Gebühr von 55 € für die eigenen Bankverbindungen hinzu, über die Kunden zahlen (Stand: 21.10.2026). Die übrigen Konditionen stehen im Vergleich; geprüfte Anbieterdokumente liegen uns für Vivid und ING noch nicht vor – wir nennen sie deshalb hier ohne weitere Aussagen. Bekannt ist eine Grenze bei der ING: GbR, GmbH & Co. KG, gemeinnützige GmbH, eingetragener Verein und Genossenschaft sind dort nicht möglich, eine GmbH in Gründung ebenfalls nicht.

FYRST Base: 0 Euro heißt nicht für jeden dauerhaft

FYRST unterscheidet nach der Person des Kontoinhabers. „Natürliche Personen: 0 € Kontoführungsgebühr – für Freiberufler, Selbstständige und Einzelunternehmer“, dagegen „Juristische Personen: 0 € monatlich für 6 Monate – für Unternehmen mit eingetragener Rechtsform, danach 6 € mtl.“ Zu den „juristischen Personen“ im Sinne dieser Preisliste zählt FYRST ausdrücklich auch die GbR, obwohl sie rechtlich eine Personengesellschaft ist. Wer als Gesellschaft gründet, rechnet also ab dem siebten Monat mit 6 Euro – und hat dafür die gesetzliche Einlagensicherung der Deutsche Bank AG.

Vier Stellen, an denen aus 0 Euro doch Kosten werden

Freiposten: fünf Buchungen sind schnell erreicht

Eine Buchung ist jeder Zahlungsein- und -ausgang. Wer im Monat zehn Rechnungen stellt und zehn Ausgaben bezahlt, kommt auf zwanzig – das Vierfache dessen, was Qonto Starter, Kontist Free und der kostenlose Tide-Tarif mitbringen. Bei Kontist kostet jede weitere Buchung 0,25 €, bei Qonto Starter 0,20 € und bei Tide 0,20 €. FYRST Base geht den anderen Weg: 50 Freiposten im Monat, danach 0,19 Euro. Die beste Schätzung für das eigene Volumen liefern die Kontoauszüge der letzten Monate – auch die vom Privatkonto, wenn die Tätigkeit schon läuft.

Karten: nicht überall inklusive

Qonto Starter
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,20 €
*
250 € Willkommensbonus für die Eröffnung bis zum 30.11.2026Bedingung: Bis zum 30.11.2026 neues Qonto-Geschäftskonto eröffnen, drei Monate in Folge jeweils mindestens 800 € mit der Qonto-Karte bezahlen.
Keine Jahresgebühr
Inklusive DATEV-Integration
Kostenlose virtuelle Karte
5 kostenlose SEPA-Überweisungen pro Monat
Nur für Freiberufler & Einzelunternehmer

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N26 Business Standard
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0 €
Geschäftskonto für Selbstständige & Freiberufler
2 kostenlose Abhebungen / Monat in Deutschland
0,1 % Cashback auf alle Einkäufe
Keine ausgehende SWIFT-Überweisungen
Nicht nutzbar, wenn schon ein Privatkonto bei N26 besteht

Bei Qonto Starter enthält der Grundpreis nur eine virtuelle Karte; physische Karten führt Qonto zu 5, 8 und 20 Euro im Monat. Kontist Free bringt eine physische Visa-Debitkarte mit, eine virtuelle kostet dort 2 Euro monatlich. FYRST Base bringt eine kostenfreie Debit Mastercard mit, N26 Business Standard eine Mastercard Debit mit 0,1 Prozent Cashback auf jede Kartenzahlung. Für eine Gründung ist das keine Nebenrechnung: Eine Karte zu 5 Euro netto im Monat kostet im Jahr 71,40 Euro brutto – mehr, als manches Konto mit Grundpreis im selben Zeitraum verlangt.

Bargeld: bei vier der sieben Konten gar nicht vorgesehen

FYRST Base
Grundgebühr p. M.
ab
0 €
Kosten / Buchung
0,19 €
Kontoeröffnung in 7 Minuten mit sofortiger IBAN
Für Start-ups geeignet, alle gängigen Rechtsformen
Bargeldlösung und Kreditangebote
Support durch erfahrene Banker via Mail oder Telefon
Kontokorrentkredit nicht direkt verfügbar

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Bei Qonto heben Sie Bargeld mit einer physischen Mastercard an jedem Geldautomaten ab, Einzahlungen nimmt Qonto aber nicht an. Finom antwortet auf die Frage nach der Bareinzahlung mit „Nein, derzeit bietet FINOM keine Möglichkeit“, Tide führt die Bareinzahlung als „derzeit noch nicht verfügbar“, und Holvi hat in der Preistabelle keine Bareinzahlung, sondern nur eine Einzahlung per Karte zu 2,5 Prozent. Kontist bietet eine Echtzeit-Einzahlung über die App: mindestens 50, höchstens 2.000 Euro im Monat, 2,9 Prozent, die erste kostenlos. Wer einen Laden, eine Werkstatt oder Gastronomie gründet, prüft deshalb FYRST – Ein- und Auszahlung am Schalter der Deutschen Bank kosten laut Preisverzeichnis keinen Postenpreis, wohl aber ein Betragsentgelt von 3 € je angefangene 5.000 Euro.

Inaktivität und Umsatzsteuer: die zwei Zeilen im Kleingedruckten

Holvi erhebt eine „monatliche Inaktivitätsgebühr“ von 4,50 Euro, wenn weder SEPA- noch Kartenumsätze gebucht werden; für neue Kundinnen und Kunden greift sie erst zwölf Monate nach der Eröffnung. Das trifft genau die Gründung, die im ersten Jahr wenig bewegt und im zweiten immer noch wartet. Und der Preis ist nicht überall der Preis: Kontist schreibt „Unsere Preise und Gebühren verstehen sich netto, zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer“, Holvi weist „Monat zzgl. USt.“ aus, Qonto rechnet ebenfalls netto. FYRST, N26 und Tide machen in ihren Preisverzeichnissen keine Angabe zu Netto oder Brutto. Im Vergleich oben steht deshalb hinter Nettopreisen ein Sternchen.

Gesellschaft in Gründung: welches kostenlose Konto sie annimmt

Empfehlung
Finom Solo
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,3 %
*
Geschäftskonto für Freiberufler/Selbstständige
All-in-One: Rechnungsstellung & Buchhaltung
Kein Kontokorrentkredit

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Für GmbH und UG entscheidet sich die Kontofrage vor der Eintragung: Die Anmeldung zum Handelsregister darf erst erfolgen, wenn die Einlagen geleistet sind (§ 7 Abs. 2 GmbHG; bei der UG in voller Höhe, § 5a Abs. 2). Das Konto läuft in dieser Phase auf die Gesellschaft in Gründung. Unter den Konten ohne Grundpreis nehmen vier sie an: FYRST führt die „Gesellschaft in Gründung (i.G.)“ in seiner Rechtsformliste, Kontist eröffnet „vor der Handelsregistereintragung“, Finom nennt ausdrücklich „GmbH i.G. und UG i.G.“, Holvi eröffnet das Gründerkonto, bevor der Handelsregisterauszug vorliegt. Bei Qonto beginnt der Weg für eine Gesellschaft dagegen nicht im Starter-Tarif, sondern eine Stufe darüber – dafür stellt Qonto die Einzahlungsbestätigung für das Stammkapital binnen 24 Stunden aus.

Der Unterschied dahinter ist nicht der Preis, sondern das Institut: Bei FYRST steht die Deutsche Bank AG hinter dem Konto, bei Kontist die Solaris SE – in beiden Fällen gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger. Finom ist ein von der niederländischen Zentralbank zugelassenes E-Geld-Institut, Holvi ein von der finnischen Aufsicht zugelassenes Zahlungsinstitut. Beide müssen die Kundengelder getrennt vom eigenen Vermögen verwahren; bei Holvi sind sie so auch in einer Insolvenz vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt, und für den Teil bei Partnerbanken greift dort die Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank. Die gesetzliche Einlagensicherung wie bei FYRST und Kontist gilt für beide nicht. Für 25.000 Euro Stammkapital, die eine Weile liegen bleiben, ist das ein Kriterium; für ein Konto, über das laufend gebucht wird, weniger. Den ganzen Ablauf beschreibt die Seite zur GmbH in Gründung.

Zeitlich kostenlos: die Angebote der Filialbanken

Neben den dauerhaft kostenlosen Konten stehen Aktionen, die für eine Gründung attraktiv sein können – solange man das Ende mitplant. Die Commerzbank führt ihr Klassik-Konto für Neukunden zwölf Monate ohne Grundpreis statt für 15,90 € im Monat; bei Online-Abschluss und nach Erfüllung der Bedingungen erstattet sie den Grundpreis über zwölf Monate in Höhe von 190,80 Euro auf das eröffnete Konto. Zehn beleglose Buchungen sind monatlich frei, ab der elften kostet jede 0,20 Euro; Bargeld am Automaten kostet 2,50 Euro, an der Kasse 5 Euro. Die Postbank hat ein eigenes Gründerkonto: „Gründerkonto für 0 € Grundpreis im 1. Jahr“, Voraussetzung ist, dass die Gründung höchstens 365 Tage zurückliegt. Das reguläre Business Giro kostet 12,90 €.

Den Stichtag in den Kalender, nicht ins Gedächtnis

Aktionspreise laufen still aus. Wer ein Konto wegen zwölf Freimonaten wählt, trägt sich den Monat 13 als Termin ein und prüft dann zwei Dinge: Was kostet das Konto jetzt, und passt es noch zum Buchungsvolumen, das sich inzwischen eingestellt hat? Ein Kontowechsel ist später aufwendiger als am Anfang, weil Kunden, Finanzamt, Versicherungen und Lastschriften die neue IBAN brauchen.

Drei Gründungen, ein Jahr: was wirklich zusammenkommt

Die folgende Rechnung ist unsere eigene und keine Anbieterangabe. Sie setzt nur Grundpreis, Buchungsentgelte und eine Karte an, keine Bargeldgeschäfte, keine Auslandszahlungen, keine Zusatzdienste – und rechnet Nettopreise mit 19 Prozent Umsatzsteuer hoch, weil ein Gründer sie erst über die Vorsteuer zurückholt, wenn er vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Kosten des ersten Jahres, eigene Rechnung aus Grundpreis, Buchungsentgelten und Karte – ohne Bargeld, Auslandszahlungen und Zusatzdienste (Stand: 16.09.2026)
Gründung Konto Rechenweg Erstes Jahr
Freiberuflerin, 24 Buchungen im Monat, eine Karte Qonto Starter 12 × (19 Zusatzbuchungen × 0,20 € + 5 € Karte) netto 105,60 € netto, 125,66 € brutto
dieselbe Gründung FYRST Base 0 € Grundpreis, 24 von 50 Freiposten genutzt, Debit Mastercard inklusive 0 €
Kleingewerbe mit Bareinnahmen, 30 Buchungen, 4.000 € Bargeld im Monat FYRST Base 0 € Grundpreis, Freiposten reichen, 12 × 3 € Betragsentgelt Bargeld 36 €
UG in Gründung, zwei Gesellschafter, 20 Buchungen FYRST Base 6 × 0 €, dann 6 × 6 €; Freiposten reichen 36 €
dieselbe Gründung Kontist Free 0 € Grundpreis, 12 × 15 Zusatzbuchungen × 0,25 € netto, virtuelle Karte 12 × 2 € netto 69 € netto, 82,11 € brutto
Eigene Berechnung auf Basis der Preisverzeichnisse der Anbieter (Stand 06./07.09.2026) und unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 16.09.2026. Die Rechnung ersetzt keine Angebotsanfrage; Aktionspreise, Karten- und Auslandsentgelte können das Ergebnis verschieben.

Zwei Muster fallen auf. Erstens: Ein Konto mit vielen Freiposten schlägt ein Konto mit null Grundpreis, sobald das Geschäft läuft – die 50 Freiposten von FYRST tragen eine ganze Gründung, die fünf Freiposten der App-Anbieter tragen die Anlaufphase. Zweitens: Die Karte ist bei den kostenlosen Fintech-Tarifen der größere Posten als die Buchungen. Wer sie braucht, rechnet sie mit.

Was ein kostenloses Konto beim Geld für den Start leistet

Gründungen brauchen selten sofort einen Kredit, aber fast immer einen Puffer für den Monat, in dem eine große Rechnung später bezahlt wird als geplant. Hier unterscheiden sich die kostenlosen Konten deutlich. Kontist bietet einen Dispositionskredit bis 3.000 Euro – aber erst drei Monate nach der Eröffnung und nicht im Free-Tarif, sondern ab Start; Finom räumt Bestandskunden ab dem Tarif Basic einen Dispokredit von 500 bis 20.000 Euro ein, im kostenlosen Solo-Tarif nicht; eine Kreditkarte bietet Finom nicht an (Stand: 24.10.2026). Beim kostenlosen Tide-Tarif steht im Preisverzeichnis „Dispokredite nicht verfügbar“, geduldete Überziehungen kosten 10 Prozent. N26 nennt für den Dispokredit einen Sollzinssatz von 13,4 % und führt ihn in allen vier Business-Tarifen. FYRST hat als einziges dieser Konten eine echte Geschäfts-Kreditlinie: ab 9,95 % effektivem Jahreszins, von 3.000 bis 250.000 Euro, dazu 1 Prozent Kreditprovision jährlich auf den nicht in Anspruch genommenen Teil.

Für Förderkredite gilt eine eigene Regel: KfW-Darlehen und Bürgschaften laufen über ein Kreditinstitut, das den Antrag durchreicht. Wer eine Gründungsfinanzierung plant, braucht dafür also ohnehin eine Bankverbindung – das kostenlose Konto beim Zahlungsinstitut schließt sie nicht aus, ersetzt sie aber nicht. Was ein Kontokorrentkredit im Betrieb kostet und wann Banken ihn Gründern überhaupt einräumen, steht auf der Seite zum Kontokorrentkredit.

Welches kostenlose Konto zu welcher Gründung passt

Zuordnung nach Ausgangslage – keine Rangfolge, sondern die Bedingung, die vor dem Antrag zu prüfen ist (Stand: 16.09.2026)
Ihre Ausgangslage Kommt in Betracht Vorher prüfen
Freiberuflich, wenige Buchungen, keine Karte nötig Qonto Starter, Kontist Free, N26 Business Standard, Tide Zahl der Freiposten; ob eine Karte im Preis steckt; Nettopreise
Freiberuflich oder Einzelunternehmen mit laufendem Geschäft FYRST Base Rechtsform als natürliche Person – nur dann ist der Grundpreis dauerhaft 0 €
Kleingewerbe mit Bareinnahmen FYRST Base, Commerzbank Klassik in der Aktion Betragsentgelt je 5.000 €; Ende der Aktionsfrist
GbR mit mehreren Gesellschaftern Kontist Free, Finom Solo, Holvi Flex, FYRST Base GbR in der Rechtsformliste; Zugänge und Vollmachten für alle Gesellschafter
GmbH oder UG in Gründung FYRST Base, Kontist Free, Finom Solo, Holvi Flex Einzahlungsbestätigung für das Registergericht; Guthabenschutz beim Stammkapital
Gründung mit negativem Schufa-Eintrag Kontist Free Kontist eröffnet ohne Schufa-Prüfung; Kreditangebote setzen sie voraus – Details auf der Seite Geschäftskonto ohne Schufa
Wenig Bewegung im ersten Jahr geplant Qonto Starter, FYRST Base, Kontist Free Holvis Inaktivitätsgebühr ab dem 13. Monat
Die Zuordnung folgt den Rechtsformlisten und Preisverzeichnissen der Anbieter und ist keine Bewertung. Alle Konditionen im Einzelnen stehen im Geschäftskonto-Vergleich für Gründer.

So filtern Sie den Vergleich auf 0 Euro

Kontist Free
Grundgebühr p. M.
0 €
Kosten / Buchung
0,25 €
*
Kostenloses Konto für Selbständige
Virtuelle Visa erleichtert Online-Transaktionen
Optionaler Überziehungsrahmen zwischen 500 € und 5.000 €
Keine ausgehende SWIFT-Überweisungen

Werbehinweis: Anbieter-Links in dieser Übersicht sind Werbelinks (Affiliate-Links) — für Abschlüsse darüber erhalten wir eine Provision vom Anbieter.

Im Vergleich am Seitenanfang führt der kürzeste Weg über zwei Filter: erst die Rechtsform setzen, dann „kostenlose Kontoführung“ – in dieser Reihenfolge, weil die Rechtsform Konten ausschließt, die im Preisfilter sonst noch auftauchen. Danach lohnt der Blick auf die Spalten mit den Freiposten und den Karten, denn dort entsteht der Unterschied zwischen zwei Konten, die beide 0 Euro anzeigen. Weitere Schalter gibt es für Filialbank, Teamzugänge, Buchhaltungsanbindung und Eröffnung ohne Schufa-Prüfung.

Die Konditionen im Vergleich stammen aus unserer eigenen Produktdatenbank, die wir gegen die Preisverzeichnisse der Anbieter pflegen. Punkte, Noten oder eine Rangfolge vergeben wir nicht; die Reihenfolge der Karten ergibt sich aus den gesetzten Filtern. Kommt über den Antrag ein Vertrag zustande, werden wir dafür vergütet – auf die angezeigten Konditionen hat das keinen Einfluss.

Häufige Fragen zum kostenlosen Geschäftskonto

Den Grundpreis betreffend: ja. Qonto Starter, Kontist Free, Finom Solo, Holvi Flex, N26 Business Standard, der kostenlose Tide-Tarif und FYRST Base kosten keinen monatlichen Grundpreis. Kosten entstehen an anderen Stellen – bei Buchungen über dem Freikontingent, bei Karten, bei Bargeld und bei Holvi ab dem 13. Monat als Inaktivitätsgebühr von 4,50 Euro, wenn nichts gebucht wird. FYRST Base ist dauerhaft ohne Grundpreis nur für natürliche Personen; eingetragene Gesellschaften zahlen ab dem siebten Monat 6 Euro.

Ja. Kontist Free, Finom Solo und Holvi Flex nennen GmbH und UG ausdrücklich in ihren Rechtsformlisten, FYRST Base führt auch eingetragene Gesellschaften – dort allerdings nur sechs Monate ohne Grundpreis, danach für 6 Euro im Monat. Bei Qonto beginnt der Weg für eine Gesellschaft nicht im kostenlosen Starter-Tarif, sondern eine Stufe darüber. Für das Stammkapital lohnt daneben der Blick auf das Institut hinter dem Konto: FYRST gehört zur Deutsche Bank AG, Kontist führt das Konto über die Solaris SE, beide mit gesetzlicher Einlagensicherung.

Weil der Preis netto ist. Kontist schreibt „Unsere Preise und Gebühren verstehen sich netto, zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer“, Holvi weist „Monat zzgl. USt.“ aus, Qonto rechnet ebenfalls netto. Auf einen Grundpreis mit Sternchen kommen also 19 Prozent obendrauf. FYRST, N26 und Tide machen in ihren Preisverzeichnissen keine Angabe dazu. Wer vorsteuerabzugsberechtigt ist, holt sich die Umsatzsteuer über die Voranmeldung zurück; Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug zahlen sie effektiv.

Das ist der größte Unterschied zwischen den Anbietern. Qonto Starter, Kontist Free und der kostenlose Tide-Tarif enthalten je fünf SEPA-Buchungen im Monat, FYRST Base dagegen 50. Gezählt werden Zahlungsein- und -ausgänge zusammen: Zehn Rechnungen und zehn bezahlte Ausgaben sind bereits zwanzig Buchungen. Darüber kosten sie 0,20 Euro (Qonto, Tide), 0,25 Euro (Kontist) oder 0,19 Euro (FYRST).

Meistens nicht. Bei Qonto heben Sie Bargeld mit einer physischen Mastercard an jedem Geldautomaten ab, Einzahlungen nimmt Qonto aber nicht an; Finom bietet keine Bareinzahlung an, Tide führt sie als „derzeit noch nicht verfügbar“, Holvi bietet statt einer Bareinzahlung nur eine Karteneinzahlung zu 2,5 Prozent. Kontist erlaubt über die App eine Echtzeit-Einzahlung von 50 bis 2.000 Euro im Monat zu 2,9 Prozent, die erste kostenlos. Wer regelmäßig Bargeld einzahlt, prüft FYRST: Ein- und Auszahlung am Schalter kosten keinen Postenpreis, das Betragsentgelt liegt bei 3 Euro je angefangene 5.000 Euro.

Das hängt am Buchungsvolumen und am Bargeld. Die Commerzbank führt ihr Klassik-Konto für Neukunden zwölf Monate ohne Grundpreis und erstattet bei Online-Abschluss 190,80 Euro; die Postbank bietet ein Gründerkonto mit 0 Euro Grundpreis im ersten Jahr, wenn die Gründung höchstens 365 Tage zurückliegt. Beide bringen Filiale, Kasse und Bargeldeinzahlung mit – dafür endet der Preis zu einem festen Datum. Ein dauerhaft kostenloses Konto hat diesen Stichtag nicht, dafür in der Regel weniger Freiposten und kein Bargeld.

Über die Autoren
Janine El-Saghir Janine El Saghir ist bei gruendung.de die Spezialistin für die konkreten, praktischen Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie hat das besondere Talent, trockene...
Erkan Boga Als Gründer der qmedia GmbH und Initiator von gruendung.de ist Erkan Boga die treibende Kraft hinter dem Portal. gruendung.de entstand aus seiner eigenen unternehmerischen Erfahrung... Mehr erfahren
Sabine Zimmermann Die Finanzen im Griff – von der Gründung bis zum Wachstum Sabine Zimmermann ist im Finanz-Ressort bei gruendung.de. Als Expertin für Firmenkunden-Banking und Unternehmensfinanzierung weiß... Mehr erfahren